"War schon immer ein Grüner"

Die auf vier Köpfe angewachsene Grünen-Fraktion (von links): Hans-Jürgen Bumes, Elke Winkel, Helmut Wilhelm und Dr. Klaus Ebenburger. Bild: Huber

Jetzt sei er endlich in seiner politischen Heimat angekommen, sagt Dr. Klaus Ebenburger. Jahrelang war der Arzt das Gesicht der Freien Wähler in Amberg. Nun reiht er sich bei den Grünen ein - und zwar "ganz hinten", wie er anmerkt.

Grünen-Kreisvorsitzender Hans-Jürgen Bumes muss sich offenbar keine Sorgen um seinen Posten machen. Dr. Klaus Ebenburger, der Stadtrat, der mehr als 20 Jahre lang das Aushängeschild der Freien Wähler (FW) war, hat keine Ambitionen, Ämter zu besetzen. "Mir ist klar, dass ich bei den Grünen jetzt der Youngster bin", sagt der 65-Jährige im Gespräch mit der Redaktion. "Ich fühle mich in dieser Rolle sehr wohl."

Auf einer Linie

In der Stadtpolitik mitmischen will er allerdings schon - mindestens so streitbar wie in den Jahren als Vordenker der Freien Wähler. Bei den Grünen-Stadträten Hans-Jürgen Bumes, Elke Winkel und Helmut Wilhelm sieht sich Ebenburger in guter Gesellschaft. "Unsere Vorstellungen von nachhaltiger Kommunalpolitik decken sich", bestätigt Bumes und zählt als Beispiele die gemeinsamen Ansichten zum Thema Ammerbachtal, Industriegebiet Atzlricht oder die Quartiersgarage am Bürgerspital-Gelände auf. "Ich wüsste keinen einzigen Punkt, bei dem wir keinen Konsens gehabt hätten", ergänzt Wilhelm.

Bei den Freien Wählern sei Ebenburger vor 22 Jahren "eher zufällig" gelandet. Der ehemalige Stadtrat Michael L. Bauer habe ihn Anfang der 90er-Jahre "einfach mitgenommen". "In den letzten zehn Jahren hat sich das Personal der Freien Wähler aber sehr zum Nachteil verändert", sagt Ebenburger nun. Mit diesem "Restpersonal" könne er nicht mehr zusammenarbeiten. Wobei er ausdrücklich Vorstandsmitglied Horst Carstiuc lobt. "Auf den war immer Verlass. Der hat immer uneigennützig gearbeitet."

"Nicht begriffen"

Dass aber jemand aus dem FW-Vorstand einen Antrag für den Stadtrat lancierte, von dem er sich eigene Vorteile verspreche, sei ihm gegen die Hutschnur gegangen. "Das gibt es bei mir nicht. Ich habe zeitlebens gegen die CSU-Amigos gekämpft", entrüstet sich Ebenburger. Bei dem vom FW-Kollegen Dr. Eberhard Meier eingereichten Antrag geht es um die Abgabensatzung für die Frühlingsstraße, in der ein Vorstandskollege offenbar Anlieger ist. "Ich habe das mit Meier äußerst deutlich thematisiert. Er hat's nicht begriffen."

Gleichzeitig betonen die Grünen, weiterhin mit allen kleineren Gruppierungen im Stadtrat zusammenarbeiten zu wollen. "Wir sind wie eine Familie", sagt dazu Ebenburger. "So gesehen ist es egal, wie sich die Sitze auf Grüne, Freie Wähler, ÖDP, FDP oder Bunte verteilen."
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