Warnstreik im Amberger Werk unterstreicht die Forderungen der IG Metall zu den Themen ...
Über 1000 Siemens-Arbeiter legen Arbeit nieder

Auf dem Weg zum Streikort konnte die Belegschaft sich auf einem überdimensionalen "W" für das "Wir" per Unterschrift verewigen. Bild: Huber
Rund 2000 Arbeitnehmer am Siemensstandort Amberg waren am Freitagvormittag zum Warnstreik aufgerufen, über 1000 kamen. "Die Kantine, die als Streiklokal diente, war praktisch an der Kapazitätsgrenze", wertete Stefanie Lengfelder, Vorsitzende des IG Metall-Vertrauenskörpers (VK) bei Siemens die Aktion als vollen Erfolg. Manuel Stöbig, ihr Stellvertreter und zugleich Mitglied in der Bayerischen Tarifkommission, begrüßte die Arbeitnehmer und schwor die Streikenden nochmal auf die Hauptthemen verbesserte und flexiblere Regelungen zur Altersteilzeit sowie eine neue tarifliche Bildungsteilzeit für die Beschäftigten ein.

Quasi Gieskannenprinzip

Horst Ott, Bevollmächtigter der IG Metall-Verwaltungsstelle Amberg, betonte in diesem Zusammenhang, dass es nicht sein könne, dass sich die Arbeitgeber erlauben, nur die Rosinen herauszupicken und quasi nach dem Gieskannenprinzip allein ihre Lieblinge zu unterstützen. "Der Zugang zur Altersteilzeit muss für alle Arbeitnehmer gelten und auch die Jugendlichen sollen gleiche Bildungschancen erhalten." Eine weitere Forderung der IGM: 5,5 Prozent mehr Lohn im Geldbeutel. Gestärkt im schwelenden Tarifkonflikt wurden die Arbeitnehmer nicht nur durch Worte sondern auch durch Leberkässemmeln. Die Vertrauenskörperleitung (Stefanie Lengfelder, Anja Kellner und Manuel Stöbig) schenkte außerdem dem Siemens-Kindergarten "AmBärchen" 75 IG Metall-Mützen. Der Warnstreik dauerte von 9 bis 10 Uhr, danach ging es wieder zurück an die Arbeit. Wie die Amberger Geschäftsstelle der Gewerkschaft auf Anfrage weiter mitteilte, wurde mit dieser Aktion die erste Warnstreikwelle in der mittleren und nördlichen Oberpfalz für die Metall- und Elektroindustrie abgeschlossen. In elf Betrieben, davon vier Grammer-Standorten, hätten sich rund 4000 Menschen beteiligt.

Die zweite Runde

Die Aktionen gehen am Mittwoch, 11. Februar, in die 2. Runde. Beginn wird in Nabburg sein. Auch am Donnerstag, 19. Februar, soll es laut Gewerkschaft mit der Tarif-Auseinandersetzung an verschiedenen Orten weitergehen, um am Montag, 23. Februar, in Amberg und im Norden der Oberpfalz die Warnstreikrunden abzuschließen.

In dieser 2. Phase sind in 21 Betrieben rund 9000 Menschen zur Arbeitsniederlegung aufgerufen. Horst Ott: "Aus jetziger Sicht werden wir nach dem 24. Februar entweder das Scheitern der Verhandlungen erleben und damit verbunden die Urabstimmung beantragen oder ein Ergebnis haben."
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