Weihetag der Ammersrichter Kirche jährt sich zum 50. Mal
"Elemente für unser Leben"

"In dankbarer Erinnerung an den Erbauer der neuen Kirche H.H. Karl Florl" steht auf der Gedenktafel, die in der Seitenkapelle angebracht wurde, (von links): Pfarrer Michael Jakob, Geistlicher Rat Georg Braun, Babette Köglmeier (101 Jahre), die langjährige Haushälterin von Pfarrer Karl Florl und Professor Hubert Windisch.

Der 1. Advent läutet das neue Kirchenjahr ein. Aber die Pfarrei St. Konrad blickte zurück. Vor 50 Jahren, am 29. November 1964, wurde die Bruder-Konrad-Kirche von Diözesanbischof Dr. Rudolf Graber eingeweiht.

Mit "Ein Haus voll Glorie schauet weit über alle Land" eröffneten Orgel und Chor den Gottesdienst, und die zahlreichen Besucher stimmten kräftig mit ein. "Heute, am Vorabend zum 1. Advent", sagte Pfarrer Michael Jakob, "jährt sich zum 50. Mal der Weihetag der neuen Ammersrichter Kirche, und gleichzeitig wollen wir in besonderer Weise dem Erbauer unserer jetzigen Kirche gedenken."

Dazu waren mit Professor Hubert Windisch und Geistlichem Rat Georg Braun auch zwei frühere Kapläne gekommen, um in Konzelebration mit dem Ortspfarrer zu feiern. Die musikalische Gestaltung übernahm dazu das Chorensemble EverySing. Stefan Wilhelm dirigierte die "Missa in honorem Sancti Josephi" von Franz Josef Stoiber sowie das "Locus iste" von Anton Bruckner. An der Sandtner-Orgel spielte Christine Hirsch.

Mit der Enthüllung einer Gedenktafel in der Seitenkapelle wurde Karl Florl (gestorben 1982) gedacht. Von 1960 bis 1980 war er Pfarrer in der Ammersrichter Pfarrei, die ihm den Neubau der Bruder-Konrad-Kirche von 1963 bis 1964 entscheidend zu verdanken hat. Die Tafel soll an seine segensreiche Tätigkeit erinnern.

Ratschläge geschätzt

Für Professor Hubert Windisch wirken auch 40 Jahre nach seiner Kaplanzeit in Ammersricht die Eindrücke und Erfahrungen in dieser Zeit immer noch nach. "Als junger theoriebeladener Kaplan habe ich viel von Pfarrer Karl Florl gelernt", schätzte er dessen Ratschläge für die praktische Arbeit. Eingehend auf den 50. Weihetag brachte der Prediger dann das quadratische Äußere der Kirche in Zusammenhang mit einer adventlichen Kirche, nicht nur für vier Wochen im Jahr, sondern als Grundprägung einer Gemeinde.

Achtung des Lebens

"Die vier Mauern, die das Gotteshaus zusammenhalten, können auch symbolisch - vier Elemente, Himmelsrichtungen, Jahreszeiten, sogar ein Kreuz hat vier Enden - gedeutet werden. Das sind die Gestaltungselemente für unser Leben", beschrieb der Geistliche die Kirche als Lebensviereck für die Menschen. Ein jeder könne Gott in Heiligkeit und Gerechtigkeit dienen, zum Beispiel in der Achtung des Lebens oder in der Erziehung der Jugend.

Nochmals brachte er das Jubiläum und die Zahl 50 mit dem Kirchenjahr in Verbindung und fragte: "Kann man die Blutstropfen Jesu zu Ostern nicht auch als Flammen des Heiligen Geistes zu Pfingsten deuten? Dann könnte der Jubiläumstag zu einem neuen Pfingsten für die Pfarrei Ammersricht werden."
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