Weihnachtsgeschichte aus 80 Blickwinkeln

Die orientalischen Darstellungen - hier haben Martin und Johann Ertl die "Darbietung Jesu im Tempel" inszeniert - finden immer mehr Zuspruch bei den Krippenfreunden. Die bei uns gängigere Form ist die heimatliche Krippe - auch davon werden bei der Ausstellung im Stadtmuseum etliche zu sehen sein. Bild: Hartl

Natürlich passen ihre Werke einfach wunderbar zur Weihnachtszeit. Doch das allein ist nicht der Grund dafür, dass die Amberger Krippenfreunde heuer wieder einmal eine Sonderausstellung im Stadtmuseum präsentieren.

Der Verein tut dies auch, weil er Ende des Monats sein 90-jähriges Bestehen feiert. 45 der aktuell rund 160 Mitglieder beteiligen sich an der Schau im Stadtmuseum: Sie zeigen dort insgesamt rund 80 Krippen, sowohl im heimatlichen als auch im orientalischen Stil.

Ersterer ist hierzulande verbreiteter, mit seinem eher alpenländischem Ambiente, dem klassischen Viehstall und heimischer Flora. Letzterer gewinnt aber inzwischen auch immer mehr Freunde, mit seinen meist steinernen Kuppel-Bauten in exotischen Oasen-Landschaften. Alle Krippen und meist auch die dazugehörige Umgebung sind Handarbeit. Bei den Figuren greifen die meisten Mitglieder allerdings auf gekaufte Exemplare zurück; nur sehr wenige schnitzen diese selbst, einige aber hüllen gekaufte Figuren in selbst gefertigte Kleidung.

Nicht nur die klassischen Szenen im Stall zu Bethlehem werden in der Schau präsentiert, es gibt auch Darstellungen, die nicht so oft nachgebildet werden, wie einen Königszug, die drei Weisen mit ihren Kamelen. Die 25 Zentimeter großen Figuren hat einst ein Vereinsmitglied, der inzwischen verstorbene Konrad Rösch, selbst geschnitzt.

Der Präsident kommt auch

Es ist das erste Mal seit fünf Jahren, dass die Krippenfreunde mit einer solchen Ausstellung aufwarten. Anlass dafür ist das 90-jährige Bestehen, das der Verein am Sonntag, 30. November, feiert. Ihren Festtag beginnen sie um 9 Uhr mit einem Gottesdienst mit Weihbischof Reinhard Pappenberger in der Georgskirche.

Diesem kirchlichen Teil schließt sich um 11 Uhr die Eröffnung der Krippenausstellung im Stadtmuseum an. Mitglieder und Gäste treffen sich dann um 14 Uhr zum Jubiläumsnachmittag im Pfarrsaal von St. Georg. Hier werden auch befreundete Vereine mitfeiern, zum Beispiel aus Regensburg, Nürnberg und Furth im Wald. Als Ehrengäste werden Georg Beurer, der Vizepräsident des bayerischen Krippenverbandes, und Johann Dendorfer, der Präsident des Weltkrippenverbandes, der 21 Länder repräsentiert, erwartet.

Paten-Verbindung

Für Letzteren ist dies ein "Heimspiel", denn er ist ein gebürtiger Ammersrichter, den es inzwischen nach Furth im Wald verschlagen hat, wohin die Amberger eine Paten-Verbindung haben. Der Rückblick in die Vereinsgeschichte soll kurz ausfallen und dann in den gemütlichen Teil, eine Adventsfeier, übergehen.
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