Weil die Herkunft total egal ist

Mit Marina Miksch von der Landeskoordinationsstelle Bayern (rechts) überreichte Europaparlamentarier Ismail Ertug (Zweiter von links) die Auszeichnung an die Schülersprecher Sonja Triebe, Mustafa Ezeddin, Michael Amann und Michael Frankl. Ganz links: Rektor Norbert Knauer. Neben Marina Miksch sind die Projektbetreuerinnen der Willmannschule, Sonja Stammler und Sabine Graf, zu sehen. Bild: usc
Lokales
Amberg in der Oberpfalz
26.04.2015
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In der Willmannschule werden Kinder unterrichtet, die einen pädagogischen Förderbedarf haben. Obwohl das eigene Lernen manchmal etwas schwerer fällt und länger dauert, blicken die Mädchen und Buben über ihren Tellerrand und setzen ein Zeichen.

Als 291. Schule in Bayern und als 1790. bundesweit erhielt die Willmannschule am Freitag die Auszeichnung "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage". Rektor Norbert Knauer freute sich, erinnerte aber auch an die damit verbundene Verantwortung: "Wenn wir heute den Titel verliehen bekommen, verpflichten wir uns, uns künftig dafür einzusetzen, dass im Unterricht und im Schulleben Gewalt, Streit, Diskriminierung, Fremdenfeindlichkeit und Angst keine Chance haben. Stattdessen setzen wir uns für Respekt, Achtung und Unterstützung ein."

Die Schulgemeinschaft will laut Knauer zum Ausdruck bringen, dass jeder an dieser Schule willkommen ist. Alle sollen sich wohlfühlen. Dabei sei jedes Kind gleich wertvoll, ganz egal, aus welchem Land es kommt, welche Hautfarbe es hat oder welcher Religion es angehört. Der Titel "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" ist für Knauer Auszeichnung und Verpflichtung zugleich. Knauer sagte auch, dass die Schule eine Verpflichtung eingehe. "Wir werden uns weiter mit dem Thema beschäftigen und künftig jedes Jahr mindestens ein Projekt zum Thema Diskriminierung, insbesondere Rassismus durchführen. Dann sind wir alle, die gesamte Schulfamilie, in der Verantwortung, uns um ein friedvolles Miteinander zu bemühen."

Bürgermeister Martin Preuß (CSU) nahm diesen Gedanken auf: "Kleine Schritte verändern die Welt! Wenn viele kleine Leute viele kleine Schritte tun, können sie das Gesicht der Welt verändern!" Hinzusehen, nicht wegzuschauen, sich gegen jede Form von Diskriminierung, Mobbing und Gewalt zu wenden, das erfordere Solidarität und Mut, ergänzte Preuß.

Europaparlamentarier Ismail Ertug (SPD), der die Patenschaft über die Aktion übernommen hatte, war sichtlich angetan von den Gesangseinlagen der Schulchöre, die inhaltlich für Toleranz und Vielfalt warben. Die EU sei Garant dafür, dass man Menschen nicht nach Herkunft, Hautfarbe und Religion beurteile.
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