Welttheater-Darsteller Andy Kuntz kehrt mit hartem Sound nach Amberg zurück
Königspathos in Metal gegossen

Die Frisur ist geblieben, die pathetische Gestik ebenso. Winterkönig-Darsteller Andy Kuntz (rechts) fühlt sich auch mit seiner Metal-Band Vanden Plas auf der Bühne wohl und weiß zu überzeugen. Bild Steinbacher
Amberg. (wru) "Öfter mal was Neues", verkündete die Facebook-Gruppe "Casino-Saal". Gemeint war der Auftritt der deutschen Progressiv-Rock-Band Vanden Plas am Freitag. Für die Besucher des Winterkönig-Fleiluftspiels 2009 und 2014 auf dem Mariahilfberg war zumindest der Sänger der Formation kein Unbekannter. Andy Kuntz überzeugte bei dem Historiendrama jeweils in der Hauptrolle. Nun gastierte er mit seiner Band in der Stadt und verblüffte aufs Neue.

Vanden Plas präsentierten vor allem Material aus dem neuen Album "Netherworld" das zusammen mit Wolfgang Hohlbein entstand und auf der Rock-Oper "Chronicles of the immortals - Bloodnight" basiert. Wie ein Theaterspiel muss man sich den Sound von Vanden Plas live auch vorstellen: Eine gigantische Rock-Opera, verpackt im progressiven Rock-Mantel. Die Veteranen des deutschen Metal-Gefrickels machen ihre Sache professionell, technisch herausragend und dabei trotzdem eingängig, etwa wie bei "Dream Theater light".

Ausladendes Posing

Sauber gespielte Metal-Gitarren legen sich über klinisch korrekte Drums und schaffen die Grundlage für die nötige Wucht von Andy Kuntz' Gesang. Umhüllt von einer beeindruckenden Lichtshow spielte die Band nicht nur musikalisch pompös auf, auch das Posing erinnerte mit seinem leicht übertriebenen Pathos eher an ein Theaterspiel als an ein Rockkonzert. Aber genau das kam dem überwiegend aus dem Theaterbereich stammenden und sich an der Kasse mit Oropax ausgerüsteten Publikum entgegen.

Großes Kino und großer Sound, dem allerdings bei aller Professionalität die Ecken und Kanten und vor allem ein bisschen die Seele fehlte. Trotzdem konnte aufgrund der optischen Darbietung das erneute Schauspiel des Winter-Metal-Königs gut unterhalten.
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