Weltwassertag: DLRG appelliert für Erhalt der Hallenbäder - Wichtig für Schüler
Schwimmen bedeutet Leben

Kinder sollten schwimmen können. Darauf weist die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft anlässlich des Weltwassertages hin. Bild: hfz
Zum Weltwassertag am Sonntag weist die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) Amberg auf die lebenswichtige Bedeutung der Hallen-Schwimmbäder und deren aktuelle Gefährdung hin.

Nach Auskunft des Bayerischen Innenministeriums vom 13. Februar wurden in Bayern in den vergangenen zehn Jahren 138 Hallenbäder geschlossen. Hauptursache dafür sei, dass nach dem Neubau-Boom in den 70er Jahren derzeit für viele Hallenbäder Sanierungsbedarf bestehe und die Kommunen sich mit deren Finanzierung überfordert sehen. Darüber informierte die DLRG in einer Pressemitteilung.

Für Training unverzichtbar

Von den rund 880 noch im Betrieb befindlichen kommunalen Schwimmbädern sind 7,5 Prozent von der Schließung bedroht. Bei 30 Prozent besteht Sanierungsbedarf. Hoffnung für diese Bäder besteht darin, dass die Kommunen von der Bundesregierung nochmals bis 2018 fünf Milliarden Euro für ihre marode Infrastruktur erhalten sollen. Hier müssen nach Ansicht der DLRG auch die Hallenbäder partizipieren. Denn diese Bäder sind auch Ausbildungsstützpunkte für die Wasserrettungsorganisationen.

"Schwimmen können ist eine lebenswichtige Fähigkeit, es handelt sich nicht nur um eine Art von Sport", weiß Vorsitzender Gerhard Schottenheim. Um Schwimmen lernen zu können, sind bei Witterungsverhältnissen wie in Deutschland Hallenbäder erforderlich. Nur hier ist ein Training ganzjährig möglich. Freibäder kommen nicht in Frage. Ebenso ungeeignet sind Erlebnisbäder, weil sie meistens eine unzureichende Wassertiefe haben. Das Kurfürstenbad bildet hier eine Ausnahme. Auch das Kümmersbrucker Hallenbad wird auf diese Erfordernisse hin umgebaut. Nach der Schulsport-Studie von 2005 hatte schon damals ein Fünftel der Schulen keinen Zugang zu einem Schwimmbad. Deshalb stellt die DLRG die Notwendigkeit fest, dass Hallenbäder vor allem für Kinder in erreichbarer Nähe sein müssen. Zwar gehört in Bayern für die dritten und vierten Klassen Schwimmen zum Pflichtunterricht. Ist ein Hallenbad jedoch so weit entfernt, dass die Zeit des Sportunterrichts für Fahrt, Umkleiden und den eigentlichen Schwimmunterrichts nicht ausreicht, besteht das Risiko, dass der Schwimmunterricht nicht stattfinden kann.

Ein nach Mitteilung der DLRG wenig beachteter, aber wichtiger Aspekt: Außer für das Schwimmen lernen sind Hallenbäder auch für die Ausbildung und das laufende Training von Rettungsschwimmern erforderlich. Peter Winter, Leiter Ausbildung der DLRG Amberg: "Schulkinder und Rettungsschwimmer ohne Hallenbad in erreichbarer Entfernung - das hätte in einigen Jahren negative Folgen für die Stadt und den Landkreis Amberg-Sulzbach." In diesem Zusammenhang ist die aktuelle Ausbildung von Lehrkräften zu Rettungsschwimmern im Kurfürstenbad zu erwähnen. In den letzten Wochen konnten Pädagogen der Lebenshilfe und des Max-Reger-Gymnasiums Abzeichen als Rettungsschwimmer in Bronze und Silber erwerben.

Positives Beispiel

In der Region Amberg-Sulzbach hat sich in der Gemeinde Kümmersbruck ein positives Beispiel hervorgetan. Hier wurde die Wichtigkeit des Schulschwimmsports erkannt und entsprechende Bedeutung beigemessen. Den Löwenanteil bei den Umbaukosten in Höhe von etwa 5,3 Mio. Euro müsse die Gemeinde allerdings selber tragen. Für die Zeit des Umbaus, der zum Schuljahr 2015 beendet sein soll, weichen die Kümmersbrucker Vereine ins Kufü aus.
Weitere Beiträge zu den Themen: März 2015 (9461)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.