Weniger Filialen, mehr Zahlstellen

Ein anderer Wind weht künftig bei der Sparkasse Amberg-Sulzbach: Der Vorstand in der Zentrale an der Marienstraße in Amberg geht davon aus, dass dies in die richtige Richtung führt und das Geldinstitut noch näher an seine Kunden heranbringt. Bilder: Hartl (2)

Vier der 24 Filialen schließen - und doch soll es künftig mehr Auszahlungsstellen geben als bisher. Die Sparkasse Amberg-Sulzbach steht vor tiefgreifenden Veränderungen. Das Konzept soll bis Ende März 2016 realisiert sein. Es beinhaltet zudem Neuerungen, die den Kundenwünschen entgegenkommen sollen.

Die 465 Mitarbeiter des Instituts in der ganzen Region sind bereits länger informiert, ein Teil der 27 Bürgermeister der Landkreisgemeinden ebenso. Und am Dienstag gingen die ersten Briefe an Kunden hinaus, in denen die Neuausrichtung der Sparkasse dargelegt wird. Warum es dazu kam, dazu lässt Vorstandsvorsitzender Dieter Meier die nackten Zahlen sprechen: "Unsere Kunden gehen im Durchschnitt einmal im Jahr in ihre Filiale. Im Internet treten sie aber 40 bis 50 Mal pro Monat mit ihrer Sparkasse in Kontakt." Dem gelte es, Rechnung zu tragen.

In diesem Zusammenhang ist offiziell von einer Zusammenlegung von vier Filialen die Rede. Konkret heißt dies, dass die Außenstellen in Witzlhof, in Edelsfeld, in Freihung und in Freudenberg in absehbarer Zeit schließen und voraussichtlich auch die Geldautomaten abmontiert werden. Dass es deshalb zu emotionalen Reaktionen kommen könnte, dessen ist sich Meier bewusst. Gleichwohl hält er den Schritt für ebenso wichtig wie richtig, um das Unternehmen für die Zukunft zu rüsten. Schließlich verfolge man in der Zentrale an der Marienstraße seit geraumer Zeit das veränderte Kundenverhalten.

Abdeckung dichter

Auf der Basis der eigenen Erhebungen wolle man noch näher an die Kunden und deren Wünsche herankommen. Dazu zählt der Vorstandsvorsitzende die Möglichkeit der Bargeldauszahlung an Supermarktkassen oder auch bei regionalen Nahversorgern, wie etwa dem Edeka-Markt in Ursensollen oder auch Netto in Witzlhof. "Wir werden bei der Bargeldversorgung künftig mehr Zahlstellen haben als bisher", versichert Meier - auch an Orten, in denen die Sparkasse bis dato keine Niederlassungen hatte. Die Flächenabdeckung werde dadurch dichter.

Zum Konzept gehöre zudem die Verbesserung der Servicezeiten. Bereits zum 1. Oktober könnten Kunden 24 Stunden am Tag, an sieben Tagen in der Woche - auch am Wochenende - telefonisch mit der Sparkasse Kontakt aufnehmen. Ob Überweisungen in der Nacht, der Blick auf den Kontostand beim Abendessen oder die Terminvereinbarung - geschulte Mitarbeiter stünden ihren Kunden rund um die Uhr zur Verfügung.

Im Interview mit der hauseigenen Mitarbeiterzeitung hatte Meier dazu erläutert: "Wir dürfen uns das nicht wie ein Callcenter vorstellen, bei dem aus einem Katalog Standardantworten vorgelesen werden. In der Telefonfiliale erleben unsere Kunden eine ganz neue Qualität mit vollwertigem Berater-Service am Telefon oder im Chat."

Wir zum Kunden

Weiterer Bestandteil der Neuorientierung sind mobile Vermögensberater, von denen die ersten fünf - von zehn vorgesehenen - seit Anfang August bereits gute Erfahrungen gemacht hätten. Kunden könnten mit ihnen Wunschtermine vereinbaren und dann in den eigenen vier Wänden Details erörtern: "Wenn der Kunde mal nicht in die Filiale kommt, kommen wir zum Kunden." Davon profitierten Familien mit Kindern, Senioren, aber auch Berufstätige, die außerhalb der normalen Öffnungszeiten kompetente Beratung wünschten.

Ansonsten ist angedacht, die Beratung in Kompetenzzentren zusammenzuführen: in Amberg im Haus der Kunden an der Marienstraße und in der Zweigstelle an der Welserstraße, in Sulzbach-Rosenberg an der Rosenberger Straße sowie in Haselmühl und in Vilseck. Abgezogen werde Beratungspersonal in Amberg von den Außenstellen in der Regensburger Straße, in der Hockermühle sowie in Ammersricht, aber auch in der Herrnstraße, wenngleich hier noch Beratungskräfte verblieben.

Natürliche Fluktuation

Über die gesamten Vorhaben sei, so Meier, der Verwaltungsrat der Sparkasse in der vergangenen Woche in Kenntnis gesetzt worden. Auch darüber, dass es zu Personalreduzierungen kommen werde: "Aber nur über die natürliche Fluktuation", unterstrich der Vorstandsvorsitzende auf Nachfrage gegenüber unserer Zeitung. Vollzogen werde dies schrittweise von 2016 bis 2018.
Weitere Beiträge zu den Themen: Sparkasse (9729)September 2015 (7742)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.