Wenn der Personalchef mitliest

Birgit Zwicknagel warnte bei ihrem Vortrag die Schüler vor einem allzu sorglosen Umgang mit Internet und sozialen Netzwerken. Bild: hfz

Ein flotter Chat in der virtuellen Welt, ein Date im realen Leben: Dazwischen liegen himmelweite Unterschiede. Denn: Nicht jeder Chat-Partner muss derjenige sein, für den er sich ausgibt. Da ist "Safer Click" auf jeden Fall die bessere Alternative.

Seit einigen Wochen läuft an der Grund- und Mittelschule Ammersricht das Projekt "Sicherheit im Netz". Dabei sollen vor allem die Mädchen und Jungen der Mittelschule von der fünften bis zur zehnten Klasse über die oft unterschätzten Gefahren des Internets und in sozialen Netzwerken aufgeklärt werden sollen. Unter dem Motto "Safer Click - clever ins Netz" sensibilisierte Referentin Birgit Zwicknagel die Schüler.

Gefahren verleugnet

Bei vielen Jugendlichen herrsche eine Sorglosigkeit, die die Existenz der realen Gefahren im Netz geradezu verleugne. Zu warnen sei unbedingt vor Treffen mit Internetbekanntschaften. Denn: "Es gibt einfach keine Garantie im Netz, dass die Angaben eines Chat-Partners zutreffend sind." Außerdem sei der Umgang mit Fotos und Videos ein großes Problem, weil bei den meisten Nutzern nahezu jeder öffentlich darauf zugreifen könne - eben auch ein möglicher späterer Personalchef. Die Referentin wies zudem darauf hin, dass bei einer unerlaubten Verbreitung von Bildmaterial strafrechtliche Konsequenzen drohen.

Das war auch gleich ein Aufhänger, um mit konkreten Tipps den teilnehmenden Klassen anhand ihrer Profileinstellungen bei Facebook zu zeigen, wie leicht man an persönliche Daten komme. Ein relativ guter Schutz ließe sich schnell über die Einstellungen erreichen. Anhand von unzähligen Urlaubsbildern und -kommentaren könnten Kriminelle auch sehr leicht herausfinden, wo sich zurzeit ein Einbruch lohnen würde. Der Trend, dass in der medial vernetzten Welt Kinder das Internet früher und umfangreicher nutzen und ständig online sind, entbindet die Eltern nicht von der Pflicht, ein kritisches Auge auf die Aktivitäten ihres Sprössling zu haben, findet Birgit Zwicknagel.

Deshalb ihr Appell an die Eltern: "Interessieren Sie sich für das, was ihre Kinder auf Handy und Computer so treiben!" Den Schülern riet sie eindringlich, die Privatsphäre zu schützen und nicht alles zu glauben, wes irgendein Fremder schreibe.
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