Wenn einer eine Reise tut

Die Leiterin des Lothar-Fischer-Museums in Neumarkt, Dr. Pia Dornacher, führte die Amberger Stadträte durch die dortige Präsenz- sowie eine Sonderausstellung. Interessiert zeigten sich einige Mitglieder des Kulturausschusses zudem daran, wie diese von einer Stiftung getragene Einrichtung und dessen Neubau finanziert wurde und wird. Bild: Zeißner

Der Kulturausschuss des Stadtrates besuchte das Lothar-Fischer-Museum in Neumarkt. Das machte Laune und den Kopf frei für Beschlüsse, bei denen es nicht nur um getragene Kunst geht.

(zm) Ganz handfeste Anliegen zählten ebenso dazu. Etwa der seit Jahren eingeforderte und immer wieder in die Warteschleife geschickte Umbau des Stadttheaters. Vorbehaltlich der Freigabe der veranschlagten 200 000 Euro im nächsten städtischen Haushalt, soll 2016 ein bedeutender Schritt nach vorne getan werden. Mit einem Architekten-Wettbewerb. In die Ausschreibung werden auf jeden Fall die Ergebnisse einer Befragung von Theaterbesuchern nach deren Umbauwünschen sowie des Inklusionsbündnis' Amberg-Sulzbach eingehen.

Eins von zweien

In der Oberpfalz, so Dersch zum Stellenwert des Hauses am Schrannenplatz, gebe es nur zwei feste Stadttheater. In Regensburg und in Amberg. Deshalb werde es nun langsam Zeit, den Umbau der Spielstätte konkret anzugehen. Im Mittelpunkt soll neben innenarchitektonischen Aspekten (Foyer-Gestaltung, Bestuhlung, Pausen-Gastronomie) die weitestgehende Barrierefreiheit des Baus stehen. Das steht für den Ausschuss außer jeglicher Frage.

Bürgermeister Martin Preuß, der die Sitzung im museumspädagogischen Werkraum des Neumarkter Lother-Fischer-Museums leitete, machte eine Einschränkung. Es könne nicht außer Acht gelassen werden, dass das Haus eine umgebaute, denkmalgeschützte, ehemalige Kirche sei. Ob vor diesem Hintergrund eine 100-prozentige Barrierefreiheit erreicht werde, müsse erst die Planung ergeben. Außerdem sollte Rücksichtnahme und Zuvorkommenheit gegenüber eingeschränkten Menschen "auch noch erlaubt sein". Eine ursprüngliche Enttäuschung möchte der Kulturausschuss nun in eine Veranstaltungsreihe umwandeln: 500 Jahre Reinheitsgebot. Das wird 2016 gefeiert, und Amberg hatte sich für die diesem Jubiläum gewidmeter Landesausstellung beworben.

Bier macht Laune

Daraus wurde nichts, deshalb geht es jetzt anderweitig zur Sache. Angesichts noch sechs aktiven Braustätten in der Stadt, sollten sich die Amberger diese Sause nicht entgehen lassen, argumentierte Dersch und stieß auf rückhaltlose Zustimmung. Geplant sind diverse Feste zur praktischen Verköstigung ebenso wie Beiträge zum Brauchtum rund um Bier (Trachten, Musik) oder gar tiefsinnig-ironische Betrachtungen, etwa bei einer Lesung von Eckhard Henscheid. Damit hat die Stadt nach den Plänen des Kulturreferats aber noch lange nicht ausgefeiert. 2016 steht auch noch "10 Jahre Städtepartnerschaft mit Desenzano" an. Dazu sollen ebenso einige Veranstaltungs- und Wein- sowie Proseccokorken knallen.

Die Italiener seien jedenfalls voll dabei, berichtete Dersch von seiner jüngsten Dienstreise dorthin. Ein gemeinsames Chorkonzert zusammen mit dem Oratorienchor sei jedenfalls schon "eingetütet" (Dersch), und ein Weinfest mit Winzern aus Desenzano wird auf das letzte Bergfestwochenende fallen. Hier gab es zwar terminliches Bauchgrimmen, aber ernsthafte Alternativen standen nicht zur Verfügung.
Weitere Beiträge zu den Themen: November 2015 (9608)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.