Wenn Englisch lebendig wird

Die Gold Heart Sisters sind hier noch derart unbekannt, dass sich Google schwer mit deutschsprachigen Fundstellen tut. In den Decker-Schulen traten sie aber schon live auf. Und nicht nur das.

(zm) Wer mit der Einordnung des nordamerikanischen Volksmusik-Genres Bluegrass nichts anfangen kann, weiß nach nur wenigen gehörten Takten im einschlägigen Klangbild, was gemeint ist.

Die eingängigen Rhythmen und Melodien kennt praktisch jeder. Bluegrass ist ganz schön viel Amerika, mehr noch amerikanische Provinz. Als derzeitiger Shooting-Star dieser Szene gelten die Gold Heart Sisters.

Sie heißen nicht nur so, sondern sind wirklich Geschwister und treten in der Regel als Quintett mit dem Vater Trent am Bass im Hintergrund auf. Vor ihrer Premiere im Gerhardinger-Saal der kirchlichen Privatschule am Donnerstag hatte es am Nachmittag und frühen Abend zuvor einen Workshop für die Mädchen der Realschülerinnen (9. und 10. Jahrgangsstufe) und Gymnasiastinnen (8. Jahrgangsstufe) gegeben.

Amerikanische Version

Herausgekommen ist dabei eine Fassung des bekannten Kirchenliedes Amazing Grace, die sich durchaus hören ließ. Das Stück stand am Ende des Auftritts der Gold Heart Sisters am Donnerstag.

Doch nicht nur musikalische Fliegen sollten mit dieser Klappe geschlagen werden, es ging ebenso um die Fremdsprache Englisch in der gelebten amerikanischen Version. In Virginia lebt die Familie, Fachleute hörten das sicherlich heraus, wenn Tori (Mandoline, Gesang) frei von der Leber weg über die Entstehung von Bluegrass, die Instrumentierung (Mandoline, Fiddle, Gitarre, Banjo und Bass) und die Besonderheiten dieses nordamerikanischen Countrymusic-Genres plauderte.

Demnach gilt dieser Stil als einer der wenigen, der auf einen einzigen Musiker zurückgeht: den Mandolinenspieler Bill Monroe (1911-1996). Im sehr ländlichen Kentucky kristallisierte sich diese vielfältige Mischung aus Versatzstücken des Hillbilly, von Swing und Blues Ende der 1930er bis Mitte der 1945er Jahre zu einem eigenständigen Genre heraus. Ein interessanter Aspekt: Für Tori hat Bluegrass viel mit dem Autofahren durch endlose Landschaften zu tun. So habe die Familie ihre Liebe zu dieser Musik entdeckt, reine Vokalstücke könnten die Langeweile vertreiben, wenn auch ein Hauch von Melancholie sich durch diese Stücke zieht.

Gewürzt mit Slang

Die Gold Heart Sisters präsentierten einen anregenden Querschnitt des Bluegrass, gewürzt mit typisch amerikanischem Slang und Lebensgefühl, locker und unkompliziert dahingeplaudert.

Und wie sieht es mit der Schule für die Jüngsten der Truppe aus? Auch dafür gibt es eine typisch amerikanische Lösung. Dann werden sie halt in der Familie unterrichtet, so lange die Gold Heart Sisters auf Tour sind.
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