Wenn Knie und Rücken schmerzen

Prof. Dr. Heiko Graichen, Ärztlicher Direktor und Chefarzt des Endoprothesenzentrums in der Asklepiosklinik Lindenlohe (rechts), informierte die Zuhörern im ACC über die neuesten Erkenntnisse zu Gelenkproblemen. Bild: hfz

Rücken- und Gelenkbeschwerden gehören zu den Volkskrankheiten in Deutschland. Das zeigte sich auch bei der Patienteninformationsveranstaltung der Asklepios Orthopädische Klinik Lindenlohe: Über 500 Zuhörer waren ins Amberger Congress Centrum geströmt, um sich bei den Spezialisten Rat zu holen.

"Qualität steht bei uns an erster Stelle", versicherte der Geschäftsführer der Klinik Lindenlohe, Marco Woedl, den Zuhörern und verwies auf verschiedene Zertifikate wie das Endocert-Siegel oder die Auszeichnungen des Magazins "Focus". Wie es um die Medizin bestellt ist, vermittelte Prof. Dr. Heiko Graichen, Ärztlicher Direktor und Chefarzt des Endoprothesenzentrums. Er sprach über "Behandlungsmöglichkeiten bei Gelenkverschleiß" und erklärte, dass Schuld an Schmerzen im Knie, der Hüfte oder Schulter meist eine fortschreitende Arthrose, also ein Verschleiß der Gelenke, sei.

Um die Beschwerden in den Griff zu bekommen, riet er, das gesamte Spektrum der konservativen Therapie, wie Physiotherapie oder die medikamentöse Behandlung, auszuschöpfen. Ist das Gelenk aber bereits so stark geschädigt, dass einfache Dinge wie Treppensteigen zur Qual werden, helfe oft nur noch der Einsatz eines Kunstgelenks. Der Mediziner erläuterte, dass die chirurgischen Techniken bei einer Operation in den vergangenen Jahren immer besser geworden seien. So werde in Lindenlohe, wann immer möglich, minimalinvasiv - also mit kleinsten Schnitten - operiert. Eine spezielle Navigationstechnik helfe zudem, das Gelenk präzise im richtigen Winkel einzusetzen. Die Art des Implantats sowie das Operationsverfahren werden dabei genau auf den Betroffenen abgestimmt.

Um das bestmögliche Ergebnis zu garantieren, spielen für Prof. Graichen verschiedene Faktoren eine Rolle: die Erfahrung der Operateure, ein passendes Implantat, eine anschließende Rehabilitation, aber auch ein aktiver, motivierter Patient, der bereit ist, alle Therapiemaßnahmen mitzutragen.

Auf zunächst konservative Behandlung setzt auch der Chefarzt des Wirbelsäulenzentrums Oberpfalz, Dr. Konstantinos Kafchitsas. Zudem sei es wichtig, dass die Patienten fachübergreifend versorgt werden und unterschiedliche Disziplinen eng zusammenarbeiten. "Denn chronische Rückenschmerzen können vielfältige Ursachen haben, entsprechend weiträumig ist das Behandlungsangebot." Er ging auf Diagnosen wie die Verengung des Spinalkanals ein, was nicht nur schmerzhaft sei, sondern auch die Bewegung stark einschränke. Dann helfe als letzte Möglichkeit nur noch eine Operation.

Da die Menschen oft mehr Angst vor einer Narkose und vor den Schmerzen als vor der Operation selbst haben, ging Dr. Martin Wallinger, Oberarzt der Abteilung für Anästhesie und Schmerztherapie, in seinem Vortrag "Schmerz war gestern - Anästhesie ist heute" besonders auf diese beiden Themen ein. Er stellte verschiedene Narkoseverfahren vor und berichtete, dass auch der Patient mit entscheiden könne, wann er sich ein Schmerzmittel verabreicht. Möglich mache das eine steuerbare Schmerzpumpe.
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