Wer ist hier der Dreggsagg?

Nicht immer auf die anderen deuten. Das mache ich schon selbst. Was ein wahrer Dreggsagg ist, weiß keiner besser als Michael Müller. Bild: gf

Fettnäpfchen gibt es viele, und der Dreggsagg lässt nur wenige aus. Zur besten Unterhaltung im ausverkauften ACC. Auch zeitgeistliche Geister weiß er zu rufen und nicht mehr loszukriegen.

Amberg. (gfr) Der Dreggsagg aus Franken war am Freitag im ACC restlos ausverkauft. Hätte es noch mehr Karten gegeben, sie wären dem Veranstalter wohl aus den Händen gerissen worden. Wer sich glücklich schätzen konnte, ein Ticket für den 43-jährigen ehemaligen Werkzeugmechanikers bei SKF Schweinfurt zu ergattern, der kam auf seine Kosten. Nicht ganz 20 Jahre ist es her, das Michael Müller aus Garitz, einem Stadtteil von Bad Kissingen, seine Karriere als Kabarettist beim örtlichen Faschingsclub BTC begann. Den Durchbruch sicherte ihm der Veitshöchheimer Fasching, inzwischen eine Kultsendung des Bayerischen Fernsehens.

Legendär auch das Lied über die Metzgerei-Fachverkäuferin, von der er als kleiner Bub immer eine Scheibe Gelbwurst bekam. Am Freitag nun, da war's laut Müller "draußen brunswarm, aber angenehm herinnen". Drei biblische Plagen bringe so ein Sommer mit sich: Mücken, Wespen und Flipflops. Und das ist Müllers Elmauer G-7-Gipfel-Resümee: 300 Millionen Euro dafür, dass Obama seine Lederhose vergisst und Kanzlerin Angela Merkel an die 17 Weißbier geschluckt haben soll. Da seien die Kameras dann aber ausgeschlossen gewesen.

Der ominöse Zaun

Weiß eigentlich jemand, wofür der Zaun rund um das Tagungsgelände gezogen wurde? Nein, nicht wegen eventueller Demonstranten, sondern dass Seehofer nicht 'reinkam. Müllers Liebe zum Ministerpräsidenten ist ungebrochen. Schließlich habe es das Volk hier mit dem größten Windrad zu tun. So schnell, wie der seine Meinungen ändere, damit könne ohne Probleme der Freistaat mit Strom versorgt werden.

Senioren-Terror

Mit der Parkplatz-Suche, auch damit hat der Michl Müller so seine Probleme. Acht Runden habe er um den Block gedreht, bis er unter einem Parkverbots-Schild ein Plätzchen gefunden habe. Und schon sei ein militanter Rentner aufgetaucht und habe mit der Polizei gedroht. Das seien genau die, die am Zebrastreifen 20 Minuten warten, bis ein Auto kommt, um dann im Schneckentempo über die Straße zu gehen. Als neue Liebe entdeckt der Franke moderne Mütter. Die würden ihren Kindern Kohlrabi-Karotten-Saft verabreichen und fürchterlich schreien, wenn die Sprösslinge Sand essen. "Wir waren ohne Eltern am Spielplatz und haben ganze Sandkästen leer gefressen, Kohlrabi aber nur dann, wenn kein Sand mehr da war."

Alles Mögliche gebe es inzwischen, Vegetarier, Veganer und nun auch noch Flexidarier. Die würden grundsätzlich auch kein Fleisch essen, nur das von Tieren, die im Straßenverkehr totgefahren wurden. Bio gehe ihm sowieso nicht ins Hirn, wenn er Kürbisse mit zwei Metern Durchmesser sehe. Ach ja, da gab es dann noch die Elternabende. Als seine Mutter dort war, habe der Lehrer gemahnt, dass es beim Michael mit den Aufsätzen nicht so gut bestellt sei. Doch die habe abgewunken, weil sie daheim sowieso nur eine Landwirtschaft hätten und die Kühe das mit den Aufsätzen nicht störe.

Ach soooo ...!

Da gebe es ganz andere berufsbedingte Probleme. Beispielsweise, dass Ärzte saufen, weiß der Dreggsagg, Und Klinikärzte noch mehr. Erst kürzlich sei einer bei einer OP mit 2,4 Promille erwischt worden. Doch der habe eine einleuchtende Begründung dafür gehabt: Das sei nur Restalkohol gewesen. Ja, da gibt es dann auch noch den Freund Frank. Der hat sich ein neues I-Pad zugelegt und wischt seither ständig darauf herum. Die Urlaubs-Buchung nach La Gomera sei deshalb voll in die Hose gegangen. Die Rückreise erst recht.

Als der Michl Müller noch meinte, dass Frauen ohne Punkt und Komma reden könnten, er das aber nicht, brüllte das ACC. Deshalb auch die eher musikkabarettistischen Einlagen zum Schluss mit so herzerfrischenden Songs wie "Klos mit Soß", "Heringsdösle mit der Tomatensoß", der "Fleichereifachverkäuferin" oder "Wir haben sex, sex, sex Kilo zu viel".
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