Wie aus dem Lehrbuch

Andrej Merzliakov erhielt in Moers die Auszeichnung als bester Boxer der U 21-Meisterschaft. Archivbild: rid
Lokales
Amberg in der Oberpfalz
26.08.2015
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In Moers holt Andrej Merzliakov Titel Nummer eins bei der 8. Internationalen deutschen Meisterschaft der U 21. In Straubing wird der Amberger Boxer bei der offenen Meisterschaft starten. Und ganz am Ende der Reise könnte Rio de Janeiro stehen.

In der gut und stark besetzten Mittelgewichtsklasse (bis 75 kg) in Moers galt es vier Gegner auf dem Weg nach oben auszuschalten. Andrej Merzliakov, der an gleicher Stelle vor einem Jahr Dritter bei den Männern wurde, war dieses Mal kein Losglück beschert. Gleich im Achtelfinale musste sich der angehende Fitnesskaufmann dem mehrfachen deutschen Meister Hasan Özer stellen. Der Niedersachse, der auch mehr als 70 Kämpfe vorweisen konnte, sah dennoch kein Land gegen den 19-jährigen Amberger (51 Kämpfe/46 Siege) und musste sich deutlich 0:3 geschlagen geben.

Am nächsten Tag bei der Viertelfinalbegegnung verlief auch nur die erste Runde spannend. Sein Kontrahent hier, der Schleswig-Holsteiner Samvel Daschjan, hatte in den beiden letzten Runden nichts mehr zuzusetzen. Merzliakov konnte ihn nach Belieben ausboxen. Wiederum ein völlig gerechtfertigter 3:0-Sieg.

Mit hohen Erwartungen sah das Publikum dem Halbfinalkampf entgegen. Hier wartete der eindeutige Favorit und dreifache Hamburger Meister auf den Vertreter der Bayernauswahl. Unglaubliche 59 gewonnene Kämpfe bei 61 Starts konnte Meriton Rexhepi vorweisen. Dementsprechend selbstbewusst trat Rexhepi auf und bot Merzliakov ein hohes Tempo an. Dies wusste Merzliakov zu meistern. Es bot sich den Zuschauern ein Non-stop-Schlagabtausch. Hierbei war der Amberger in allen Belangen der Überlegenere. Merzliakov setzte die häufigeren, härteren und besser platzierten Treffer. Er initiierte mehr und erfolgreich abgeschlossene Aktionen. Auch in punkto Ausdauer konnte Rexhepi ihm nicht das Wasser reichen. Die Halle tobte.

In der zweiten Runde konnte der Hamburger das selbst offerierte Tempo nicht mehr halten. Der Ringrichter musste den Hamburger wegen Haltens und unsauberen Boxens sogar verwarnen. Nach dem Schlussgong stand wieder ein völlig unumstrittener 3:0-Sieg zu Buche. Nachdem Rexhepi im Halbfinale im Nahkampf deklassiert wurde, wartete im Finale ein weiterer erfahrener Mann auf den Amberger. Toni Kloß (80 Kämpfe) sollte die Fahnen Sachsen-Anhalts hochhalten. In dieser Auseinandersetzung überzeugte der von seinem Trainer Ruslan Schönfeld wieder einmal hervorragend eingestellte Merzliakov durch wie aus dem Lehrbuch vorgetragene Distanzarbeit. In der zweiten Runde musste Kloß angezählt werden, in der dritten Runde kämpfte er nur noch ums Überleben. Im Rückwärtsgang und mit Müh und Not entging der Sachse einem K.o.

Außer einer ungetrübten Bilanz mit einem weiteren 3:0-Sieg erbrachte die Meisterschaft in Moers Merzliakov noch die von Trainern und Delegierten gemeinsam beschlossene Auszeichnung als bester Boxer des Turniers.

Zudem sicherte sich der nicht nur talentierte sondern überaus fleißige Merzliakov auch dank Unterstützung des Trainerteams Ruslan Schönfeld, Valerij Fischer und Rainer Wenzel, die direkte Qualifikation zur deutschen Meisterschaft der Elite (offene Altersklasse) in drei Wochen in Straubing. Ganz in der Ferne winkt die Teilnahme an den olympischen Spielen in Rio de Janeiro.
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