Wie ein brüchiger Teller

Für eine hervorragende musikalische Gestaltung der Festmesse sorgten die Musiker der Blaskapelle Ammerthal.

Warum brachte Dekan Markus Brunner einen zerbrochenen und wieder geklebten Teller mit zum Patroziniumsfest der Herz-Jesu-Kapelle in Lengenloh? Damit verdeutlichte er die Beziehungen zwischen Mensch und Gott.

Eine rekordverdächtige Zahl an Gläubigen aus der Pfarrei St. Georg und dem Umland fand sich zur Festmesse ein. Für Musik sorgte die Blaskapelle Ammerthal. Hoch erfreut zeigte sich Dekan Brunner über den enormen Zuspruch. Die Messe wurde auf einem kleinen Freialtar vor der Kapelle gefeiert. "Beziehungen sind nicht immer formschön und glatt, sondern sie können auch enorme Spannungen erzeugen. Aus Unachtsamkeit oder auch mit Absicht kann so manches in die Brüche gehen, so dass man vor einem kleineren oder größeren Scherbenhaufen steht", sagte Brunner anlässlich des Teller-Beispiels. Es sei eine Sache des Willens und der Geduld, aus den Scherben zusammenzufügen, was zuvor eins war. Sichtbare Bruchstellen würden bleiben. Der Geistliche machte darauf aufmerksam, dass man im Gerangel um die eigenen Interessen und in der Abwehr kleinerer oder größerer Boshaftigkeiten bisweilen auch die Ellenbogen gebrauche und Verwundungen nicht ausbleiben würden.

In diesem Sinne warnte Brunner vor Verletzungen der Seele durch niederschmetternde Worte. Liebe sei das einzige Mittel, das die Bruchstücke wieder zusammenfüge und dadurch eine bessere Qualität erhalte. Sein Appell: "Verbreiten wir die Wärme der Liebe, wo Hass und Gleichgültigkeit herrschen. Dann kann aus einem Scherbenhaufen wieder ein Ganzes werden und das Sprichwort bestätigen: Scherben bringen Glück." Nach der geistigen Stärkung ließen sich die Gläubigen zur leiblichen Stärkung im idyllischen Michl-Garten nieder.
Weitere Beiträge zu den Themen: Juni 2015 (7772)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.