Wie sich Liebeserklärungen im Oberpfälzer Dialekt anhören - Ein Abend mit Hubert Treml und ...
Wenn man den Partner "wia d' Sau mog"

Franz Schuier (links) und Hubert Treml (rechts) im engen Kontakt mit dem Publikum. Mit der Liebe, erfuhren die Zuhörer, sei das so eine Sache - zumal der Oberpfälzer sich manchmal nicht so richtig ausdrücken könne. Bild: gf
"Du kannst mi gern hobm": Die Liebe zog sich wie ein roter Faden durch einen unterhaltsamen Abend im Pfarrsaal St. Konrad mit Hubert Treml und Franz Schuier. Beide, gerade erst zurück von einer Tournee mit Auftritten in New York und Paris, mussten sich erst einmal orientieren: "Wou samma denn etz? Ach so, in Ammersricht."

Hubert Treml, der wortgewandte "Bandleader" des Duos, merkte erst einmal an, dass er einst ohne jegliche Musikkenntnisse eine Gruppe gegründet habe, mit der er jetzt durch die Lande tingele. In der "Scene" gebe es viele englische Texte, aber wenn man genau hinhöre, klinge das durchaus "oberpfälzerisch", etwa das englische "fire". Übersetze man "Feuer" in den Oberpfälzer Dialekt, dann komme ganz klar "Feier" raus.

Mit der Liebe, erfuhr das Publikum, sei das so eine Sache, zumal sich der Bayer und noch mehr der Oberpfälzer nicht so richtig ausdrücken könnten. Schimpfwörter habe er schon viele gesammelt, aber jetzt trage er Liebeserklärungen in Mundart zusammen. Wenn einer sagt, "I moch de", dann müsse von Liebe aber überhaupt nicht die Rede sein.

Der Oberpfälzer lehne sich in seiner Zuneigung schon weit aus dem Fenster, wenn er seiner Angebeteten erklärt: "Du taugst ma." Wenn es einer ganz gut meint, komme der Spruch: "Passt scho" - fast schon der Gipfel der Zuneigung. Weitere Steigerungen seien aber durchaus möglich: "I mog di wia d' Sau", "I hob di saugern" oder auch "narrisch sakrisch saugern" und "Du taugst ma ins Kraut eine".

Der wirkliche Oberpfälzer aus Ammersricht verstand Hubert Treml bei seinen vorsichtigen oder romantischen Liebeserklärungen, der davon sang, dass er "nix gecha sei Liebe dou kann". Der Hommage ans Annamirl folgte Tremls Sinnieren übers Moidl aus Penting und darüber, was sein werde, wenn er 64 Jahre alt ist. Wer von einer länger andauernden Beziehung spricht, ist "ganz lang z'samm". Es ging dann auch noch um die "Schleichwegerl" der Verliebten, das Thema "Verheirat" und die "selber g'machte Erdbeermamalaad", von der der Schuier erzählte.

Irgendwann kamen Treml und Schuier runter von der Bühne, weil's ihnen da droben zu heiß wurde, sie gingen rein in die Zuhörer, die Schuiers halbe Sätze nicht immer so zu Ende brachten, wie dieser mit seinem hintergründigen Humor.
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