Wieder Lust auf alles

Andreas Raab war in den vergangenen Jahren oft kurz davor, seinen Vorsitz bei der Park- und Werbegemeinschaft hinzuschmeißen. Eine erneute Kandidatur galt phasenweise als ausgeschlossen. Jetzt hängt der 60-Jährige noch vier Jahre dran. Das hat einen ganz bestimmten Grund.

Amberg. (tk) Kein dritter Altstadtfest-Tag, nur zwei verkaufsoffene Sonntage, erhöhte Parkgebühren in der Innenstadt, keine Fortschritte bei der Forderung nach einer neuen Weihnachtsbeleuchtung, Stillstand beim Forum und keine öffentliche Tiefgarage in der Bahnhofstraße - in der Vergangenheit holten sich Raab und die PWG wiederholt das ab, was der Vorsitzende eine Watschn nennt. Am Donnerstagabend waren alle Rückschläge und Abstimmungsniederlagen im Stadtrat aber längst vergessen, denn: "Das Rathaus ist mittlerweile sehr offen für Anregungen und Ideen. Da hat sich sehr viel getan."

Einkaufssonntag aktuell

Das war vor Raabs Wiederwahl. Als diese feststand, wurde der 60-Jährige unter dem Beifall der 31 erschienenen Mitglieder noch deutlicher: "Mit der neuen Mannschaft im Rathaus und mit OB Michael Cerny macht's wieder Spaß. So viel Spaß wie noch nie. Das muss ich ganz offen und ehrlich sagen." Wie sehr sich Raab in seiner alten und neuen Rolle wohlfühlt, wurde bei einem von ihm eigentlich zu den Akten gelegten Thema deutlich: Er will sich wieder dafür einsetzen, dass es in Amberg mehr als zwei verkaufsoffene Sonntage gibt, was der alte Stadtrat mehrheitlich abgelehnt hat. Nachdem Jürgen Königseder danach gefragt hatte, sagte ein frisch motivierter Raab: "Ich hatte keine Lust mehr, einen weiteren Anlauf zu starten. Jetzt werden wir aber einen neuerlichen Vorstoß wagen. Die Besetzung im Rathaus ist jetzt eine andere." Gedacht sei an den letzten November-Sonntag bzw. ersten Advent: "Da würden wir aus anderen Städten die Kaufkraft abziehen. Das wäre der Hammer."

Die Euphorie und eine Art Aufbruchstimmung blieb auch dann bestehen, als der Amberger Künstler Harald Bäumler wissen wollte, ob eine Veranstaltung wie das 2006 zum ersten und bis dato letzten Mal aufgeführte Vilstheater wieder vorstellbar sei. Raab, der in der Vergangenheit immer wieder betont hatte, dass es mit Ach und Krach gelungen sei, die 160 000-Euro-Aktion mit einer schwarzen Null zu beenden, hätte nichts gegen eine Wiederholung: "Wir hätten Lust, so etwas wieder zu machen. Aber nicht mit diesem finanziellen Risiko. Wir müssten jemanden haben, der uns zusichert, dass es kein finanzielles Risiko gibt."

Mehr als 160 000 Euro

Potenziellen Geldgebern gab der PWG-Vorsitzende mit auf den Weg, dass 160 000 Euro dafür wohl nicht mehr ausreichen dürften. Es sollte aber wohl machbar sein, das Vilstheater für schätzungsweise 300 000 Euro wieder aufführen zu können: "Eine halbe Million würden wir nicht dafür brauchen."
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