Wiedersehen nach elf Jahren

Jubel in grün und schwarz - ein gewohntes Bild bei den Heimspielen des ASV Haselmühl. Der Kreisliga-Aufsteiger ist seit 1175 Tagen auf eigenem Platz ungeschlagen. Die letzte Heimniederlage war am 20. Mai 2012 - ein 2:5 gegen den SVL Traßlberg in der damaligen Kreisklasse 2. Bild: Ziegler

Nur noch einer ist ohne. Ohne Punktverlust. Ganz ohne Zähler sind auch nur noch zwei in der Kreisliga Süd vor dem dritten Spieltag. An dem treffen sich in Haselmühl zwei alte Bekannte - und in Utzenhofen zwei, die sich lange Zeit aus den Augen verloren haben.

(frü) Die DJK Ursensollen ist die einzige ungeschorene Mannschaft in der Fußball-Kreisliga Süd, hat aber auch erst einmal gespielt. Die Elf vom Rängberg ist zu Gast bei Bezirksliga-Absteiger SV Raigering, der ebenfalls erst einmal (1:1 bei Germania Amberg) im Einsatz war. Im Duell der beiden Kreisklassen-Aufsteiger setzt der ASV Haselmühl gegen den TSV Königstein auf seinen Heimvorteil. Die letzte Niederlage auf eigenem Platz kassierten die Haselmühler vor 1175 (!) Tagen. Noch viel länger her ist das letzte Aufeinandertreffen der DJK Utzenhofen und des TuS/WE Hirschau. Nach der Saison 2003/2004 trennten sich die Wege - bis heute.

SV Loderhof       SSV Paulsdorf
(bt) Was der SV Loderhof/Sulzbach eigentlich vermeiden wollte, ist eingetreten: Nach zwei hohen Niederlagen liegt die Mannschaft auf dem letzten Platz und ist schon jetzt mittendrin im Abstiegskampf. Um nicht noch größere Probleme zu bekommen, wäre ein Punktgewinn oder sogar ein Sieg nötig. Gegen Tabellenführer SSV Paulsdorf dürfte das aber mehr als schwierig werden. Trotzdem sollte das Team nicht die Flinte ins Korn werfen, sondern alles versuchen, um erfolgreich die Partie zu bestehen. Wenn zu dem gezeigten Kampfgeist das nötige Quäntchen Glück kommt, ist eine Überraschung möglich.

SV Raigering       DJK Ursensollen
(gth) Die Ansage des neuen Cheftrainers Martin Kratzer beim SV Raigering ist deutlich: "Wir wollen bei der Heimpremiere die drei Punkte holen." Dennoch weiß er um die Schwere der Aufgabe. Seiner Mannschaft liegt nämlich das kampfbetonte Spiel nicht. Was beim Auftakt in Germania phasenweise auch zu erkennen war. "Dennoch ließ sich mein Team den Schneid nicht abkaufen", lobte Kratzer die kämpferische und läuferische Einstellung. Er stellt seine Mannen darauf ein, dass in jeder Partie der Gegner sich defensiv reinhängen wird. Das "Spiel machen" bleibt dann aber die Aufgabe der "Panduren". So erwartet der neue SVR-Übungsleiter mit der DJK Ursensollen einen defensiv eingestellten Gegner - und damit für die Fans ein Geduldspiel. Schon bei Germania unterstützten zahlreiche Anhänger die "Panduren", was positiv von Martin Kratzer und seiner Mannschaft registriert wurde. Und diesen Unterstützern soll heute der erste Kreisliga-Sieg präsentiert werden. Mit der DJK kommt auch der letztjährige Toptorjäger Jiri Abel in den Pandurenpark. Kratzer gibt daher die Losung aus, in der Abwehr konzentriert dagegen zu arbeiten - aber dabei nicht den eigenen Plan zu vergessen.

Inter Bergsteig       FC Edelsfeld
(hfz) Nach zwei Spielen liegt der FC Edelsfeld ohne Punkt am Tabellenende - und damit fast schon auf Kurs, schließlich haben die Gäste ihr Saisonziel sarkastisch mit "Sieg in der Relegation" angegeben. Zwar musste die Elf vom Hahnenkamm auch in der vergangenen Saison in die Relegationsmühlen, doch ein angenehmer Gegner war sie noch nie. Die Truppe um Spielertrainer Alexander Heldrich ist für ihren Biss bekannt und wird sicherlich alles daran setzen, den ersten Dreier einzufahren. Verstärkt hat sich Edelsfeld mit einigen Spielern aus der eigenen Jugend, die voller Eifer an die Sache gehen werden. Inter-Trainer Andreas Scheler möchte die drei Punkte natürlich selbst am Bergsteig behalten. Der Saisonstart war gut und der Tabellenplatz ist weiter ausbaufähig. Wohl noch länger fehlen wird der verletzte Artur Becker, Benjamin Kruppa ist dagegen nach langer Verletzung langsam wieder auf dem Weg zurück ins Team.

SVL Traßlberg       SV Schmidmühlen
(hfz) Beide Mannschaften starteten mit einer deftigen Niederlage in die Saison: Traßlberg verlor gegen Paulsdorf 1:4, Schmidmühlen in Haselmühl 0:4. Anschließend zeigte die Elf von SVS-Trainer Marco Eckstein beim 1:1 gegen Utzenhofen einen überraschend starken Auftritt, und die Traßlberger verhinderten mit einem 3:0 in Edelsfeld einen klassischen Fehlstart. Trainer Ilker Caliskan gefielen lediglich die mangelhafte Chancenauswertung in der ersten Hälfte und einige Ungenauigkeiten im Spielaufbau nicht. Im Kirwaspiel soll nun der Aufwärtstrend fortgesetzt werden - mit einer stabilen Abwehr und einem Angriff, der viele Möglichkeiten herausarbeiten soll. In diesem Spiel zeigt sich, wohin der Weg des SVL Traßlberg führt. Caliskan ist nach einem Zehenbruch noch einige Wochen außer Gefecht, Dennis Bunk ging angeschlagen vom Platz, und ob Sechser Jose Sanchez (Sprunggelenksverletzung) auflaufen kann, ist noch fraglich. In der vergangenen Saison gewann der SVL Traßlberg zweimal gegen Schmidmühlen (4:1, 4:2). Vier der acht Treffer erzielte Pascal Behringer, drei Thomas Behrend (Reserven 15.15 Uhr).

Germania Amberg       TuS Kastl
(tre) Zum zweiten Heimspiel innerhalb einer Woche empfangen die Germanen den TuS Kastl. Der meldete sich nach der Auftaktniederlage gegen Inter Amberg mit einem 9:2-Erfolg gegen den SV Loderhof eindrucksvoll zurück. Mit "attraktivem Fußball vorne mitspielen" ist die Zielsetzung beim TuS. Das scheint realistisch, wenn man den letztjährigen fünften Platz betrachtet und dass sich Zu- und Abgänge zur neuen Saison in etwa die Waage halten. Zusätzliche Motivation dürften die Gäste aus der Tatsache schöpfen, dass in der vergangenen Spielzeit in Amberg ein klarer 3:0-Sieg gelang. Aber die Germanen sind dieses Jahr mit einem Sieg und zuletzt mit dem Remis gegen den SV Raigering wesentlich besser gestartet als in der vergangenen Saison. Das wird die Truppe von Trainer Thomas Ficarra sicher beflügeln und sie wird sich anschicken, den guten Saisonstart mit einem positiven Ergebnis weiter auszubauen. Es gibt keinen Grund, große Veränderungen im Kader vorzunehmen - aus der zuletzt stabilen Deckung "zügig und effektiv nach vorne spielen" dürfte daher die Devise lauten. Wenn das umgesetzt wird, könnte die Revanche für die letztjährige Heimniederlage gelingen.

DJK Utzenhofen       TuS/WE Hirschau
(aun) Vor elf (!) Jahren trafen die beiden Mannschaften das letzte Mal in einem Punktspiel aufeinander. Gerne denken die Utzenhofener an die stets kampfbetonten Begegnungen mit dem TuS und später TuS/WE zurück. In der letzten Saison der Hirschauer in der Kreisliga, 2003/2004, gewann Utzenhofen zu Hause 2:1 und in Hirschau 4:2. Die Truppe von TuS/WE-Trainer Jörg Gottfried marschierte in der vergangenen Saison mit 62 Punkten und 65:14 Toren zum Titel in der Kreisklasse Ost und zeigte bereits in den Spielen in Rosenberg (2:2) und gegen Haselmühl (2:0), dass sie keinesfalls zu unterschätzen ist. Das Prunkstück der Kaoliner ist die enorm sattelfeste Defensive, doch auch im angriff sind die Kaoliner gefährlich. DJK-Trainer Yilmaz Topcu wird weitgehend der Elf vom Vorsonntag das Vertrauen geben, Mario Augsberger (Urlaub) wird fehlen. Beide Mannschaften wollen zeigen, dass ihr guter Saisonstart kein Zufall war. Nutzen die Utzenhofener Offensivspieler ihre Torchancen besser, dürfte es ein spannendes Spiel werden.

ASV Haselmühl       TSV Königstein
(pme) Im zweiten Heimspiel der neuen Saison treffen im Vilstalstadion die alten Rivalen der Kreisklassen-runde 2014/15 aufeinander. Mit dem TSV Königstein gastiert der Zweite des Vorjahres und Mitaufsteiger beim Meister ASV Haselmühl. Die Mannen um TSV-Spielertrainer Christian Ringler sind mit einer Niederlage gegen Ursensollen (0:1) gestartet, besiegten aber vergangenes Wochenende den letztjährigen Tabellenzweiten TuS Rosenberg mit 2:1. Gespannt darf man auch auf das Duell der beiden Torjäger Thomas Scheidler und Matthias Schmidt sein. Nach einem klaren Auftaktsieg gegen Schmidmühlen musste die Eckl-Elf in Hirschau eine 0:2-Niederlage hinnehmen. Die Haselmühler sind mittlerweile seit 20. Mai 2012 zu Hause in einem Ligaspiel ungeschlagen - und auf diese Heimstärke wird man gegen Königstein bauen, auch wenn einige Spieler, vor allem aus der Defensive, verletzt sind.
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