Wiesner-Hammer bricht Beton

Es ist das erwartete Geduldsspiel gegen eine kompakte Abwehrwand. Doch einmal mehr entscheidet der FC Amberg eine Partie in der zweiten Hälfte - mit einem Doppelpack binnen sieben Minuten.

"Wir haben uns die gesamte Woche darauf vorbereitet, diese starke Abwehr ständig zu beschäftigen - und das haben wir vor allem in der zweiten Hälfte richtig gut gemacht", lobte Ambergs Trainer Timo Rost seine Mannschaft nach dem 3:0-Sieg gegen die SpVgg Bayern Hof. Auch wenn der FC als großer Favorit in die Partie gegangen war: Drei Treffer gegen die beste Abwehr der Fußball-Bayernliga Nord (16 Gegentore vor dem Spiel) schießt man nicht im Vorbeigehen. Ernüchterung herrschte bei Hofs Trainer Faruk Maloku, wobei der sowieso wenig Optimismus versprüht hatte: "Man hat den Klassenunterschied gemerkt. Die Qualität hat sich durchgesetzt, der Sieg ist hochverdient."

Harmlose Angriffsreihe

Im Vergleich zum letzten Spiel gegen Ammerthal baute Rost sein Team deutlich um: Andreas Graml, Sven Seitz und Tobias Wiesner erhielten den Vorzug vor Alexander Jobst, Michael Dietl und Sebastian Hauck. Offensivaktionen der Gäste sollten Mangelware sein, wobei das bei der harmlosen Angriffsreihe (erst 35 Tore) und dem Fokus auf einer tiefstehenden Abwehr nicht überraschte. Und so nahm der FC von Beginn an das Heft in die Hand und erspielte sich einige Möglichkeiten. Allerdings fehlte bei zwei Versuchen von Tobias Wiesner die Genauigkeit und nach einer schönen Einzelaktion von Sven Seitz klärte Hofs Torhüter Jiri Bertelmann. Es sollte eine seiner letzten Aktionen sein - Bertelmann musste nach einer guten halben Stunde verletzt raus, für ihn kam Andreas Schall. Der sah sich im ersten Abschnitt noch zwei Amberger Angriffen ausgesetzt, aber Sven Seitz (40.) und Tobias Wiesner (42.) verfehlten knapp. Hof ermauerte sich das 0:0 zur Halbzeit, stand tief und ließ den FC auf eine extrem kompakte Abwehr auflaufen - das machte es den Gastgebern natürlich nicht unbedingt leicht.

Butterweiche Flanke

Doch wie so oft in den letzten Heimspielen klappte es dann kurz nach Wiederbeginn. Nach einem schönen Solo von Marco Wiedmann stand Tobias Wiesner gut 20 Meter vor dem Tor frei und hämmerte den Ball zum 1:0 ins Netz (49.). Nur sieben Minuten später war es wieder Wiedmann, der butterweich in Richtung langer Pfosten flankte, wo erneut Tobias Wiesner genau richtig stand und den Ball volley zum 2:0 versenkte (56.). Damit war die Partie gelaufen, denn Hof trat offensiv nicht in Erscheinung und der FC spulte die Partie so herunter, wie Topteams das eben tun. In der 89. Minute setzte der eingewechselte Christian Knorr im direkten Duell mit Andreas Schall den Schlusspunkt zum 3:0. Es war sicherlich kein Feuerwerk, aber es war ein hochverdienter Sieg des FC Amberg gegen die Oberfranken, die sich einigelten und kaum Anstalten machten, sich offensiv zu betätigen. Die fünf Spiele im Jahr 2015 bisher zeigen aber auch, dass der FC Amberg jetzt auch Geduldsspiele kann. Neun Tore erzielte Amberg in diesem Jahr - acht davon in der zweiten Hälfte. Auch das sei ein Qualitätsmerkmal, so Rost: "Das zeigt, dass die Mannschaft in einem Topzustand ist. Wir können immer nachlegen und da zahlt sich jetzt auch das Trainingslager aus."

Beruhigende Erkenntnis

Vier Zähler fehlen dem FC Amberg damit noch zum Saisonziel von 60 Punkten. Die einzusammeln, sollte in den noch ausstehenden sieben Partien kein Problem sein. Und dann sind es am Ende vielleicht Kleinigkeiten, die über Aufstieg ober Nicht-Aufstieg entscheiden. Die Möglichkeit, immer nachlegen zu können, ist da auf jeden Fall beruhigend.
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