Wildtiere sind keine Schädlinge

Die Geehrten mit dem Vorsitzenden der Kreisgruppe Franz Erras (rechts) und stellvertretendem Landrat Franz Birkl. Bilder: mbs (2)

Dem Heiligen Hubertus ging es wie vielen anderen Menschen. Er führte ein wildes Leben und vergeudete seine Talente. Und doch hat er es zum Schutzheiligen der Jäger gebracht. Die gedenken seiner jährlich in einem Gottesdienst.

(mbs) Auch in diesem Jahr sorgte der Heilige Hubertus für eine volle Martinskirche. Den Gottesdienst und die Predigt hielt diesmal Kaplan Thomas Kohlhepp aus der Pfarrei Hl. Dreifaltigkeit. In der Lesung erfuhren die Gläubigen von dem Herrn, der seinen Dienern Talente zur Aufbewahrung während seiner Abwesenheit überließ. Der erste verdoppelte die Summe. Auch der zweite war nicht erfolglos und konnte seinem Herrn mehr zurückgeben als er empfangen hatte. Nur der dritte hatte sein Talent eingegraben also nichts hinzuverdient. Er habe aus Angst, es zu verlieren, so gehandelt.

Vielen geholfen

Hubert de Liège, der Legende nach Sohn des Herzogs von Toulouse, verlor im Kindbett seine geliebte Frau. Er führte von da an ein wildes Leben und vergeudete seine Talente bis zum dem Tag, als ihm auf der Jagd ein weißer Hirsch mit einem Kruzifix zwischen den Geweihstangen erschienen ist. Hubertus entsagte dem Leben eines Hochadeligen und erkannte seine wahren Talente als Mann der Kirche. 708 ist er als Bischof von Maastricht urkundlich nachweisbar. Er hat als Bischof vielen Menschen helfen können und war überaus beliebt. Hubertus wurde 727 in Lüttich beigesetzt.

Ihm zu Ehren findet jedes Jahr die Hubertusmesse statt. Die Jäger der Kreisgruppe sorgten auch diesmal für dem Anlass entsprechende Ausstattung vor dem Altar. Die musikalische Gestaltung der Messe übernahmen die Jagdhornbläser, der Jägerchor der Kreisgruppe Amberg und die Stubenmusi aus Ensdorf.

Auch Gottes Geschöpfe

Nach der Messe begehen die Amberger Jäger traditionell ihre Hubertusfeier, die diesmal in der Brauerei-Gaststätte Bruckmüller stattfand. Vorsitzender Franz Erras freute sich über den zahlreichen Besuch der Waidmänner und deren Damen. Ferner begrüßte er den stellvertretenden Landrat Franz Birkl, der die Grüße von Richard Reisinger überbrachte. Birkl sagte, es sei wichtig, dass Jäger, Jagdgenossen und Landwirte ihre Interessen im gütlichen Einvernehmen unter einen Hut bringen.

Kaplan Thomas Kohlhepp unterstrich die Bedeutung des Einsatzes der Jäger für Wild, Wald und die Natur. Er hoffe, dass gerade die junge Generation eine engere Verbindung zur Natur und zur Jagd erhalte. Bodo Wolf, stellvertretender Vorsitzender der Kreisgruppe Amberg-Sulzbach, appellierte an die Jäger, mit dem Wild waidgerecht umzugehen. Jagd sei angewandter Naturschutz. Gerade der Mensch sei es, der den Wildtieren den angestammten Lebensraum genommen habe. Wildtiere seien aber keine Schädlinge, sondern Gottes Geschöpfe.
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