Windrose in stürmischer See

Sie wollen die Marinekameradschaft Windrose auf Kurs halten (von links): Andrea Mosterts, Ingo Baas, John Luge und Bruno Frohmann. Bild: hfz

Ingo Baas funkt mit seiner Marinekameradschaft SOS. Der Exot unter den Amberger Vereinen leidet unter Mitgliederschwund. Land ist vorerst nicht in Sicht.

Es ist noch gar nicht so lange her, da feierten die Seemänner im Gasthaus Kummert in der Raigeringer Straße fulminante Bordabende. Doch mit der Herrlichkeit ist es vorbei. "Es kommt keiner mehr", gibt Ingo Baas, Vorsitzender der Marinekameradschaft Windrose, unumwunden zu. Vor drei Jahren engagierten sich noch rund 20 Aktive in dem Verein. "Jetzt sind wir nur noch zu fünft."

Ein Fletcher-Fahrer

Über die Ursachen habe er sich schon x-mal den Kopf zerbrochen, auf einen grünen Zweig ist er dennoch nicht gekommen. "Es ist nicht so, dass es in der Oberpfalz keine Seefahrer gibt", verdeutlicht er. "Jede Menge" seiner Berufskollegen seien in und um Amberg zu Landratten geworden. In Pegnitz (Kreis Bayreuth) und Weiden gebe es ebenfalls starke Kameradschaften. Baas: "Ich weiß nicht, was bei uns los ist."

Die See ist stürmisch, aber der ehemalige Fletcher-Fahrer will sein Schiff sicher in den Hafen bringen. Als er jung war, gehörte Baas zu jener Gruppe der Marinesoldaten, die die ersten Zerstörer der Bundeswehr, die von den Amerikanern zur Verfügung gestellten Fletcher, befuhren. "Mit denen bin ich durch die ganze Welt gegondelt", erzählt Baas, der 1943 in Berlin geboren wurde, lange Zeit in Heppenheim lebte und seit 2008 in Amberg heimisch ist.

Baas will es noch mal wissen. "Wir hatten vor kurzem eine Zusammenkunft und wir haben trotzdem nochmal ein Jahresprogramm beschlossen." Um neue Mitglieder zu gewinnen, startet die Kameradschaft eine Plakat-Aktion. Der Deutsche Marinebund als Dachverband sponsert die Plakate, auf denen in großen Lettern die Slogans "Wir sind Weltbürger mit Tradition" und "In jedem steckt die Liebe zum Wasser" prangen. Wenn alles glatt läuft, präsentieren sich Baas und seine Mitstreiter heuer auch auf der Dult. "Möglicherweise können wir einen Shanty-Abend im Zelt organisieren."

Für jeden offen

Mitglied kann laut Baas grundsätzlich jeder werden. "Man muss nicht zur See gefahren sein", betont er. Allerdings ergibt das Engagement bei Windrose nur Sinn, "wenn man Interesse am Thema hat". Oberstes Ziel sei die Pflege maritimer Traditionen. "Wir tauschen uns mit anderen Kameradschaften aus und machen gemeinsam Ausflüge." Gern angesteuertes Ziel ist die Zentrale des Marinebundes im schleswig-holsteinischen Laboe unweit der Kieler Förde. Dort unterhält der Dachverband sogar ein Hotel, in dem Mitglieder günstig Urlaub machen können.

Wer die Kameradschaft Windrose kennenlernen will, ist für Freitag, 13. Februar, um 19 Uhr zum Bordabend in das Kummert-Sudhaus eingeladen. Ein solches Treffen findet dort an jedem zweiten Freitag im Monat statt. Am Sonntag, 8. März, gibt es um 10 Uhr einen Seemanns-Frühschoppen beim Kummert. Weitere Infos bei "Captain" Ingo Baas, Telefon 0 96 21/91 48 47 oder per Mail: ingo.baas@gmx.de
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