"Wir wollen die Basisdemokratie leben"

Hannelore Zapf (vorne Mitte), flankiert von Bürgermeisterin Brigitte Netta (vorne links) und Fraktionsvorsitzender Birgit Fruth (vorne rechts), führt mit ihrem Team den SPD-Stadtverband in den nächsten zwei Jahren. Bild: gf

Ausgleich für die Verlagerung der Bundeswehr aus Amberg, Erhalt der militärhistorischen Sammlung und die Entwicklung der Innenstadt als einer der wichtigsten Punkte: Der bisherige SPD-Stadtverbands-Vorsitzende Martin Seibert listete auf, was es künftig zu tun gibt.

Vier Jahre war Martin Seibert Vorsitzender des SPD-Stadtverbands. Bei der Konferenz der Delegierten aus den Ortsvereinen gab er den letzten Rechenschaftsbericht des alten Stadtverbands.

Kritische SPD-Wähler

Der 62-Jährige sprach von einem Dilemma, das seine Partei habe: "Unsere Wähler waren schon immer kritischer als die Wähler anderer Parteien." Einerseits sei das gut ("Weil wir Basisdemokratie leben wollen"), andererseits könne die SPD ihre Wähler nur noch schwer zurückgewinnen, wenn sie sich abgewendet haben. Konservative sind laut Seibert einfacher zu handhaben: Sie würden Seehofer folgen, wohin er sich auch wende. Seibert zählte kommunalpolitische Themen auf, denen sich der Stadtverband in den vergangenen beiden Jahren gewidmet habe: Ausbau und Elektrifizierung der Bahnstrecke Nürnberg - Schwandorf und Barrierefreiheit ("Am Beispiel des Amberger Bahnhofs sieht man, wie viel es hier zu tun gibt"). Für die Verlagerung der Bundeswehr aus Amberg forderte Martin Seibert einen Ausgleich. Ebenso müsse die militärhistorische Sammlung in der Stadt bleiben.

Ziel: Leerstände füllen

Die Belebung der Altstadt könne seiner Ansicht nach nur funktionieren, "wenn wir es schaffen, die Leerstände und Brachflächen wieder zu füllen". Wohnen und Gewerbe müssten unter einen Hut gebracht werden. "Ohne Wohnen in der Altstadt wird es keine Belebung geben", zeigte er sich überzeugt. Zählen würden nicht kurzfristige Erfolge, sondern langfristige Perspektiven.

Die Zusammenarbeit mit der CSU bezeichneten sowohl Seibert als auch Bürgermeisterin Brigitte Netta als richtig, "um Amberg voranzubringen". SPD-Mitglied Michael Ponsel hingegen warf seiner Partei einen "Schmusekurs" vor, in den die Stadtrats-SPD ohne Befragung der Mitglieder eingetreten sei. Er kritisierte, dass von der SPD keine eigenen Ideen oder Konzepte kämen. "Wenn sie nichts tut, wird sie in die Bedeutungslosigkeit abgleiten." Dieter Weiß, der im Vorstand mit für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist, widersprach Ponsel scharf. Die SPD sei durchaus mit eigenen Themen präsent gewesen: Belebung der Schiffgasse, Barrierefreiheit und gegen die Schließung der Sparkassen-Filiale an der Eglseer Straße.
Weitere Beiträge zu den Themen: Sparkasse (9729)April 2015 (8563)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.