Wirbelwind am Hallplatz
Glosse

Er kam aus Richtung Herrnstraße. Schneller, als Usain Bolt jemals hätte sprinten können. Wie ein Wirbelwind huschte der gertenschlanke Geselle auf seinen vier Pfoten über das Pflaster am Rande der Fußgängerzone. "Mami, was ist das?", ertönte zwei Stunden vor der Mittagszeit eine Frage aus Kindermund. Mama wusste es nicht, blieb aber zusammen mit ihrem Sprössling stehen wie etliche andere an diesem kalten Dezembermorgen. Staunen, einfach nur ungläubig staunen.

Eine komplette Runde drehte das geschmeidige Tierchen auf dem Hallplatz und wäre beinahe an einem Schaufensterglas gelandet. Doch dann haute es blitzschnell die Bremse rein, blieb für zwei Sekunden an der Vitrine stehen, machte Männchen, blickte argwöhnisch in die Runde. Und plötzlich wurde den sich ansammelnden Zuschauern klar, wer da für dieses seltene Schauspiel sorgte: ein ausgewachsener Steinmarder.

Wo kam er her? Hatte sich der Marder zuvor Zündkabeln unter einer Motorhaube zugewandt und war dabei gestört worden? Musste er womöglich sein Domizil hoch droben in einem Dachraum der Altstadt panikartig verlassen? Oder hatte sich der rare "Martes foina", wie ihn Lateiner zu nennen pflegen, aus dem Stadtgraben herein in die Nähe des Weihnachtsmarktes verirrt?

Fragen, die zwangsläufig unbeantwortet blieben. Der Marder raste wie ein geölter Blitz von dannen und verschwand in einer Passage. Dort, wo sich einst das Lichtspielhaus-Kino befand und der Gierl-Konditor seine leckeren Torten den Kaffeehaus-Gästen servierte. Fort war er. "Ein Marder, wirklich ein Marder", sagte Mami zum Töchterchen. Und fügte hinzu: "Jetzt kriegst du da vorne deine Bratwurstsemmel."

redaz@zeitung.org

Polizeibericht "Völlig benebelt" auf dem Fahrersitz

Amberg. (tk) Der Polizei sagte er, dass er schon seit drei Stunden in seinem Auto sitze. Das allein war nicht strafbar, doch der 32-Jährige aus dem Landkreis, der am späten Montagabend seinen VW vor einem Einkaufsmarkt an der Bayreuther Straße geparkt hatte, stand unter Drogeneinfluss.

Der Mann war aufgefallen, weil er "völlig benebelt auf dem Fahrersitz saß", heißt es im Polizeibericht. Ein Schnelltest lieferte Hinweise auf Crystal Speed. Mehrere Konsumeinheiten der Droge lagen zudem im Auto. In der Wohnung des 32-Jährigen fanden die Beamten weitere Rauschgiftutensilien. Seinen Führerschein durfte der Mann vorerst behalten.
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