Wo der Kunde wirklich König ist: Marktforscher testen noch bis 21. März Einzelhandel
Hinter Schwandorf und Weiden

Das sieht der Einzelhandel gerne: Mit vollen Tüten durch die Altstadt. Wie ist es allerdings um den Kundenservice bestellt? Eine Umfrage soll das klären. Die Ergebnisse liegen im April vor. Bild: Steinbacher
Alle drei Jahre rückt das Marktforschungsinstitut von Dieter Grett in Amberg an. Seit 1997 suchen die Interviewer aus Deggendorf die Antwort auf die Frage: Wo ist der Kunde wirklich König? 92 Firmen aus zehn Branchen stehen bis Samstag, 21. März, im Fokus. Beim inzwischen siebten Kundenspiegel werden in einer repräsentativen Stichprobe rund 900 Verbraucher an neutralen Plätzen (nicht in den Läden) befragt, in welchen der aufgeführten Geschäfte sie in den vergangenen zwölf Monaten etwas gekauft haben, sich beraten ließen oder sonstige Leistungen in Anspruch nahmen. Wichtige Kriterien sind dabei, wie es um Freundlichkeit, Beratungsqualität und Preis-Leistungs-Verhältnis bestellt ist.

Und so lag Amberg bisher im deutschen Vergleich: 1997 waren es bei der Premiere 79,0 Prozent Zufriedenheit, drei Jahre später erreichte Amberg sein bisher schlechtestes Ergebnis: 78,1 Prozent. Danach ging es allmählich aufwärts: 2003 (83,1 %), 2006 (82,4 %), 2009 (82,8 %) und 2012 (83,0 %) erreichte der Handel ein deutlich höheres Niveau und hielt dieses auch. "Die bisherigen Resultate sind solide, haben aber noch Potenzial zur erweiterten Spitze unseres Rankings", sagt Grett, in dessen Liste Amberg derzeit auf Platz 78 von 140 steht. Zum Vergleich: In der Wertung der Städte zwischen 25 000 und 250 000 Einwohnern ist Schwandorf (85,1 %) der Oberpfälzer Primus. Weiden folgt mit 84,9 Prozent auf Platz 34, Neumarkt (84,8 %) liegt auf 37 und Regensburg ist mit 83,6 Prozent auf Rang 66. Spitzenreiter ist aktuell das schwäbische Albstadt mit einem Zufriedenheitsgrad von 87,0 Prozent.

Dieter Grett, der 1997 mit den ersten Umfragen begann, wehrt sich im Gespräch mit unserer Zeitung gegen den in der Vergangenheit wiederholt geäußerten Vorwurf, die Ergebnisse würden im Vorfeld mit dem Handel abgestimmt, Spitzenergebnisse quasi "eingekauft": "Wir wollen auf keinen Fall auch nur in den Verdacht von Absprachen oder sonstigen Klüngeleien geraten. Wir beabsichtigen, nicht vor Ermittlung der Ergebnisse direkt mit Einzelhändlern, der Stadtverwaltung oder mit anderen Interessenvertretern in Kontakt zu treten."
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