Wunsch: Eine Welt ohne Krieg

Über ihre Situation in ihren Heimatländern, ihre Flucht, ihr Ankommen in Deutschland, aber auch über ihre Hoffnungen und Wünsche sprachen (ab Dritter von links): Ahmad aus Syrien, Musie aus Äthiopien und der zehnjährige Ehab, der ebenfalls aus Syrien kommt. Bild: Hartl

Warum er hier ist? Ehab antwortet kurz und prägnant: "Weil in Syrien Krieg ist." Dann schildert der Zehnjährige seine Flucht mit Eltern und Geschwistern über das Mittelmeer. Wenn er groß ist, will er eines tun: Anderen helfen, weil ihm selbst geholfen wurde.

Auf dem heißen Stuhl am Gregor-Mendel-Gymnasium saßen schon einige Prominente. Zum Beispiel Gerhard Polt. Oder BR-Moderator Thorsten Otto. Die jüngste Ausgabe der GMG-Reihe haben die Schüler selbst organisiert, genauer gesagt das P-Seminar im Leitfach Deutsch. Sie widmeten sich der Flüchtlingsfrage. Auf dem heißen Stuhl saßen neben Ehab noch dessen Landsmann Ahmad, der aus Damaskus stammt, und Musie aus Äthiopien. Aber auch Anne Kuchler (Caritas), Jürgen Stauber vom Jugendamt und Michael Geiss von der Initiative Amberg hilft Menschen erläuterten, was sie für die Asylsuchenden tun.

Die beiden Moderatorinnen Julia Wendl und Eva Bogner stellten die Talkrunden-Gäste kurz vor: Ehab (10) ist aus Syrien und floh mit seinen Eltern, seinem Bruder und seiner Schwester vor dem Bürgerkrieg. In Amberg besucht der Junge die Dreifaltigkeitsschule. Musie verließ Äthiopien wegen der Unruhen, zurück blieben seine Eltern und seine Schwester. Seit sieben Monaten ist auch Ahmad aus Damaskus in Deutschland. Ehab ist glücklich, dass er hier jetzt Freunde gefunden hat. Er, aber auch die beiden Männer auf dem heißen Stuhl, gestanden, dass es nicht einfach sei, Deutsch zu lernen. "Das ist wirklich schwer", sagte Ahmad, obwohl er nach nur sieben Monaten die Sprache sehr gut beherrscht, was ihm auch die Moderatorinnen attestierten.

Laut Anne Kuchler von der Caritas leben derzeit rund 450 Asylbewerber in Amberg - und damit weniger als ein Prozent der Bevölkerungszahl. Schwierigkeiten hätten viele Flüchtlinge vor allem, "weil alle Schreiben in einem ziemlich schweren Behörden-Deutsch verfasst sind". Lob hatte sie für die Bürger parat: "Bei uns gibt es eine große Hilfsbereitschaft." Im vergangenen halben Jahr habe sich die Zahl derer, die sich um Asylbewerber kümmern, verdreifacht. Jugendamts-Mitarbeiter Jürgen Stauber sprach von den unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen, für die seine Behörde zuständig ist. "Wir kümmern uns um sie, betreuen sie und suchen Wohnplätze für sie."

Die Flüchtlinge erzählten von der Situation in ihrer Heimat, aber auch von ihren Hoffnungen und Wünschen, die sie für ihr neues Leben in Deutschland haben. "Ich wünsche mir, ohne Angst und Krieg leben zu können", sagte Musie aus Äthiopien. "Dass ich Deutsch gut lerne. Und Englisch und Mathe", erklärte Ehab. Doch rührend war, wie er seinen Berufswunsch begründete: "Ich möchte Arzt werden und anderen helfen, so wie sie mir geholfen haben."

Auch Ahmad möchte etwas von der Unterstützung, die er erfahren hat, zurückgeben. Was sie als Schüler für Flüchtlinge tun können, wollten die Moderatorinnen schließlich von Michael Geiss, Vorsitzender der im Frühjahr gegründeten Initiative Amberg hilft Menschen, wissen. Sein simpler Ratschlag: "Macht das mit ihnen, was ihr sonst auch tut: Sport treiben, ins Café gehen oder ihnen bei den Hausaufgaben helfen."
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