Zehn Jahre Palliativstation am Klinikum St. Marien - Ausweitung des Angebots geplant
Eine segensreiche Einrichtung

Musiktherapeutin Anna Ebner hatte anlässlich des zehnjährigen Bestehens der Palliativstation eigens eine Hymne für diese Abteilung am Klinikum St. Marien getextet. Den Refrain sangen alle fleißig mit. Bild: Sandig

Schwerstkranke Patienten optimal zu versorgen, das ist dem Klinikum St. Marien ein großes Anliegen. Seit zehn Jahren gibt es dafür eine eigene Abteilung, die Palliativstation. Das Angebot soll ab 2016 sogar noch ausgeweitet werden.

Ärzte, Pflegekräfte, verschiedene Dienste, die dort ebenfalls ihre Arbeit für die Patienten verrichten, und Vertreter des Hospizvereins waren gestern zu der kleinen Feierstunde auf die Palliativstation gekommen. Das zehnjährige Bestehen dieser Abteilung stehe für zehn Jahre segensreiches Wirken, sagte Klinikumsvorstand Manfred Wendl. Er erinnerte daran, dass der Krankenhausplanungsausschuss des Freistaats Bayern im Jahr 2006 ein Fachprogramm für Palliativstationen beschlossen hatte. Zu diesem Zeitpunkt war die Abteilung in Amberg aber schon in Betrieb, sie war Anfang November 2005 eröffnet worden.

Ganz viel Zuwendung

Dies zeige, dass den Verantwortlichen im Klinikum eine hochwertige, spezialisierte Versorgung von schwerstkranken Patienten ein wichtiges Anliegen ist, fuhr er fort. Diese Aufgabe habe zwar grundsätzlich jedes Krankenhaus, die palliativmedizinische Versorgung gehe aber noch weiter: menschliche und psychologische Zuwendung, Angebot zur Lösung sozialer Probleme, geistlicher Beistand. "Mit dieser umfassenden Betreuung verbessern wir die Lebensqualität der schwerstkranken Patienten am Lebensende. Wendls Dank galt insbesondere dem speziell geschulten, hochengagierten und sehr qualifizierten Mitarbeitern sowie den dort tätigen Ärzten. "Ohne sie wäre die Palliativversorgung auf hohem Niveau nicht umzusetzen."

Auch die Therapeuten seien täglich unermüdlich im Einsatz. Als einen wichtigen Baustein in der Palliativversorgung bezeichnete Wendl den Hospizverein. Auch Ehrenamtliche leisteten eine wertvolle Arbeit. Nach der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung für Kinder, die es seit zwei Jahren gibt, soll eine weitere für Erwachsene aufgebaut werden. "Es ist im Gesundheitswesen auch unsere Aufgabe, uns speziell um die zu kümmern, bei denen eine Heilung nicht mehr im Vordergrund steht", sagte OB Michael Cerny. Wichtig sei, "menschenwürdig das Leben zu Ende zu führen." Es sei eine Arbeit, "die unser aller Respekt verdient", wandte er sich direkt an die Mitarbeiter.

Professor Dr. Volker Groß, Chefarzt der Medizinischen Klinik II, blickte zurück auf die Anfänge. Gestartet sei man mit fünf Betten auf der Onkologie. Jetzt habe man neun Betten und gute räumliche Voraussetzungen. Ein Patient in der Endphase seines Lebens stehe unter Stress, sei zwischen Hoffen und Bangen. Werde er auf eine Palliativstation verlegt, trete häufig sehr bald eine Entspannung ein, der Patient nehme die Krankheit an.

Was möchte der Patient?

Der Mensch stehe im Mittelpunkt, betonte Dr. Jochen Pfirstinger, der die Abteilung leitet. Und natürlich auch die Frage, was denn eigentlich der Patient möchte. "Ich wünsche uns gutes Gelingen im neuen Jahr", sagte er, auch in Bezug auf die ambulante palliativmedizinische Versorgung von Menschen in der Stadt und den Landkreisen Amberg-Sulzbach und Neumarkt, die 2016 starten soll.
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