Zeus wie mit Flügeln

Kontrastprogramm am letzten Tag des Jahres: Einkaufsbummel mit Silvesterlauf. Bilder: ref (6)

"Normalerweise wünsche ich an diesem Tag einen guten Rutsch. Heute mache ich das nicht." Die Ansprache von Organisator Bernd Stief vor dem Start des Silvesterlaufes 2014 hatte seine Ursache im schneematschigen und glatten Boden. Dass das Hauptrennen mit zwei Überraschungen endete, sorgte nicht nur beim Publikum für Erstaunen.

Der sportliche Ausklang des Jahres in Amberg ist fest in Hand der DJK Weiden: Vorjahressieger Maximilian Zeus gewann erneut, mit einem hauchdünnen Vorsprung vor seinem Kollegen Korbinian Völkl.

Das war nicht die erste große Überraschung, sondern seine Zeit: Mit 24:24 Minuten über die 7500 Meter war Zeus über eine halbe Minute schneller als 2013, obwohl der 20-Jährige die schwierigen Bedingungen beklagt hatte: "Das hat unheimlich Kraft gekostet, das war schon sehr anstrengend, viel anstrengender als im letzten Jahr."

Bernd Stief nötigte die "Mordsleistung" Respekt ab, und er konnte sich die flotte Zeit nur so erklären, als dass "der Junge in einem Jahr unheimlich zugelegt hat." Zeus brachte sich vor Völkl nach zwei Runden deutlich in Führung, aber dann holte der an Position zwei Liegende auf.

Kopf an Kopf ging's in der Bahnhofstraße dem Ziel auf dem Marktplatz entgegen - und dann setzte Zeus zum Endspurt an und sich auf sechs, sieben Meter ab. Mit vier Sekunden Vorsprung überquerte er als Erster die Ziellinie. Rund 30 Starter hatte die DJK Weiden ins Rennen geschickt - und neben den beiden auch mit Andreas Hecht und Michael Lang die schnellsten vier Männer des Hauptlaufes.

Für Überraschung Nummer zwei sorgte Marlene Gomez-Islinger, die direkt von einem Trainingslager des Bayerischen Triathlonverbandes nach Amberg gereist war. Die 21-Jährige, die ebenfalls für die DJK Weiden startete und zum ersten Mal beim Silvesterlauf dabei war, ließ in einem fulminanten Rennen die gesamte Damen-Konkurrenz hinter sich. "Ich bin echt überrascht, dass ich hier gewonnen habe. Ich wusste zwar, dass ich gut drauf bin, aber so gut, das hätte ich vorher nicht geglaubt", sagte Gomez-Islinger.

Ihre Siegeszeit von 28:00 Minuten brachte ihr von den zahlreichen Zuschauern beim Zieleinlauf viel Beifall ein - in der Gesamtwertung belegte sie den elften Platz und ließ damit den Großteil der Männer hinter sich. Vorjahressiegerin Inge Behringer (LSG Edelsfeld) musste sich in 32:12 mit dem zweiten Platz begnügen - Rang 52 im Gesamtfeld.

Über 300 Teilnehmer waren in den drei Rennen gestartet, 261 erreichten das Ziel. "Für mich erfreulich, dass die Gruppe der Hobby-, Familien- und Teamläufer deutlich angewachsen ist", sagte Bernd Stief, der zusammen mit dem Organisationsteam von CIS Amberg auf das "richtige Pferd" gesetzt und eine Distanz ohne Zeitdruck angeboten hatte. "Das zeigt, dass mehr Leute Gefallen am Hobby 'Laufen' finden und das Jahr sportlich ausklingen lassen wollen."
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