Zins-Rubel rollt nicht mehr

Mit Geld ist derzeit praktisch kein Geld zu verdienen. Die Geschäfte liefen für die Sparkasse trotzdem nicht allzu schlecht. 2014 sogar besser als gedacht. Ein "konsequentes Kostenmanagement" erspart das den Kunden und Mitarbeitern nicht.

(zm) Siehe die Ankündigung von Ende September, vier von 24 Filialen zu schließen (wir berichteten). Das löste zwar spontan einen heftiger als erwartet ausfallenden Sturm der Entrüstung aus, ist aber weitgehend wieder vergessen. Außerdem ließ der von Kommunalpolitikern dominierte Verwaltungsrat der Sparkasse Amberg-Sulzbach erklären, die erforderlichen Einsparungsmaßnahmen seien unumgänglich. Damals war der "Lagebericht für das Geschäftsjahr 2014" noch nicht im Bundesanzeiger veröffentlicht. Er trägt das Datum 15. Oktober 2015 und ist inzwischen per Internet einsehbar. Wirtschaftliche Euphorie klingt sicherlich anders, der unvermeidliche Zwang zum Sparen aber ebenfalls. Denn das Vorstandstrio und die Verwaltungsratsspitze - sie alle haben den Geschäftsbericht unterschrieben - zeigen sich mit dem Ergebnis zurückhaltend zufrieden.

Leicht im Plus

"Die Prognose einer leicht negativen Perspektive (...) und verhaltenen Geschäftsentwicklung wurde im Geschäftsverlauf überwiegend mit leichten Steigerungen übertroffen", heißt es beispielsweise einleitend. Es sind nicht die ganz großen Zahlen wie Geschäftsvolumen (2,15 Milliarden Euro, plus 4,1 Prozent), Bilanzsumme (1,95 Milliarden, plus 2,9 Prozent), Kreditgeschäft (1,43 Milliarden, plus 1,2 Prozent) oder das Einlagegeschäft (1,46 Milliarden, minus 1,1 Prozent) die beschreiben, wie die Sparkasse derzeit ihr Geld verdient.

Das Quasi-Kleingedruckte des Geschäftsberichts ist da deutlich aufschlussreicher. Unter der Rubrik Gebühren- und Provisionserträge wird etwa ein Zuwachs von 0,8 Prozent (Vorjahr minus 3,5) auf insgesamt 12,58 Millionen Euro angegeben. Erläuternd heißt es dazu: "Im Bereich der Dienstleistungen konnten Erträge aus dem Giro- und Barzahlungsverkehr mit 4,52 Millionen Euro deutlich gesteigert werden." Parallel blieb aber die "bedeutende Ertragsquelle" Zinsergebnis "im Vergleich zum Vorjahr mit insgesamt 39,59 Millionen Euro nahezu konstant".

Derartige Gegenüberstellungen legen dar, dass die Geschäftsstrategie unter anderem darauf abzielt, im Dienstleistungssegment Einnahmen zu erwirtschaften, die in anderen Bereichen nicht mehr so üppig wie früher oder gar nicht mehr sprudeln. Parallel wird gespart. So fallen die allgemeinen Verwaltungsaufwendungen (32,7 Millionen Euro) "nur geringfügig höher" als im Vorjahr aus. "Das geplante, konsequente Kostenmanagement (...) entfaltet Wirkung." Das soll erklärtermaßen auch so bleiben, heißt es im Prognosebericht.

Es bleibt dabei

Denn die Ertragslage offenbart sich keineswegs üppig angesichts der bewegten Geld- und Vermögensvolumina. Der Jahresüberschuss für 2014 wird mit 1,24 Millionen Euro (Vorjahr 1,33 Millionen, minus 7,2 Prozent) angegeben. "Ein zufriedenstellendes Geschäftsjahr" ist laut Lagebericht dennoch herausgekommen. Und heuer? "Das Jahresergebnis wird auf dem Niveau des Vorjahres liegen."
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