Zu viel Transparenz
Angemerkt

Die Welt ist doch manchmal ein bisschen verrückt: Da stellt man die Persönlichkeit im Netz zur Schau, verrät Namen, Geburtsdatum, welche Schulen man besucht hat oder wer die Liebe des Lebens ist. Man listet Lieblingssongs, -hobbys, -filme auf, macht Selfies auf der Privatcouch oder auf Partys, wahlweise kuschelnd oder cool, veröffentlicht davon alles im World-Wide-Web, für jeden einsehbar, aber die logische Folge, der letzte Schritt zur absoluten Transparenz - die Videoüberwachung -, hinterlässt ein mulmiges Gefühl. Wieso?

Es ist die berechtigte Angst, keinen Einfluss mehr darauf zu haben, was mit dem abgefilmten Material in egal was für einer Situation eigentlich passiert. Also die Angst vor dem Kontrollverlust. In einem Café kann ein Mensch, der nichts zu verbergen hat, die Filmerei mit Bauchschmerzen vielleicht noch ertragen. Am Klo geht das nicht mehr.



Im Blickpunkt Das gilt auch für Attrappen

Amberg. (roa) Auch wenn an der Decke nur eine Kamera-Attrappe hängt, macht das keinen Unterschied. Zwar kommt das Bundesdatenschutzgesetz nicht zur Anwendung, da keine personenbezogenen Daten erhoben werden. Allerdings kann der Eindruck bei Personen entstehen, tatsächlich videoüberwacht zu werden. Peter Meier vom Landesamt für Datenschutzaufsicht verwies auf die Orientierungshilfe "Videoüberwachung durch nicht-öffentliche Stellen".

In diesem Leitfaden wird beschrieben, dass auch mit Attrappen ein "Überwachungsdruck" hervorgerufen werden kann, der eine Beeinträchtigung des Persönlichkeitsrechts darstelle und damit zivilrechtliche Abwehransprüche auslösen könne. "Dazu gibt es einschlägige Urteile", sagte Meier.

Stadtnotizen Vertragsabschluss und Taxi-Gebühren

Amberg. Ein wichtiger Punkt bei der nächsten Stadtratssitzung am Montag, 20. April, um 17 Uhr im Rathaus findet sich unter den Bekanntgaben: Information zum Vertragsabschluss der Gewerbebau mit der RMI Immobilien GmbH für das Forum.

Die Stadträte befassen sich mit den Taxi-Gebühren. Für den Gutachterausschuss zur Ermittlung von Grundstückswerten sind Mitglieder zu berufen, über die Nutzung eines Moduls im Gewerbegebiet Ost III ein Grundsatzbeschluss zu fassen. Die Gewerbebau legt dem Gremium ihren Geschäftsbericht vor.
Weitere Beiträge zu den Themen: April 2015 (8563)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.