Zu Weihnachten fast fertig

Der blaue Herbsthimmel und die rot gefärbten Blätter geben eine prächtige Kulisse für das neue Kompetenzzentrum Kraft-Wärme-Kopplung ab. In den nächsten Tagen erhält der Flachbau seine Fassade. Bilder: Steinbacher (2)

Noch sind ein paar Wochen hin zum Advent. Doch die OTH bastelt bereits fleißig an ihrem Weihnachtsgeschenk. Arbeiter sind gerade dabei, das neue Labor für Kraft-Wärme-Kopplung zu verpacken. Bis Jahreswechsel soll es fertig sein.

Dieses Präsent stand schon Jahre auf dem Wunschzettel. Es fällt eher in die Kategorie Nützliches statt Luxus. Auf dem Campus in Amberg gehen die Bauarbeiten für das Kompetenzzentrum Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) ein Jahr nach dem Spatenstich in die Endphase. "Gerade wird die Fassade montiert. Parallel sind die Elektriker dabei, die Technik einzubauen", sagt KWK-Geschäftsführer Raphael Lechner. "Wir gehen davon aus, dass das Gebäude bis Ende Dezember fertig ist. Im Januar soll die offizielle Schlüsselübergabe sein."

Bewusst KWK gewählt

Das KWK - dessen Abkürzung ganz bewusst aus den Buchstaben besteht, die einst für Kaiser-Wilhelm-Kaserne standen - soll ab dem nächsten Jahr eines der Aushängeschilder der Hochschule Amberg-Weiden werden. "Eine solche Einrichtung ist bayernweit einzigartig", schwärmt Professor Markus Brautsch. Amberg baue damit seinen Ruf als Top-Standort in Sachen Erneuerbare Energien weiter aus.

Der etwa 260 Quadratmeter große und rund 1,6 Millionen Euro teure, eingeschossige Flachbau beherbergt sechs Prüfstände für Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen. Vier davon sind für kleinere Aggregate vorgesehen, wie sie zum Beispiel in Einfamilienhäusern eingebaut werden könnten. Zwei werden richtig dicke Brummer sein. Anlagen, die bei Industrieunternehmen oder anderen größeren Gebäudekomplexen zum Einsatz kommen könnten.

Besonders für die Wirtschaft ist die Kraft-Wärme-Kopplung lukrativ. Beispiel Ponnath: Die Großmetzgerei aus Kemnath (Kreis Tirschenreuth) nutzt bereits einen Systemverbund, den die OTH entwickelt hat. Sämtliche Formen von Energie, die in dem Betrieb gebraucht werden - Strom, Wärme, Kälte und Dampf - stammen aus einem einzigen betriebseigenen Kraftwerk. Die Prozesse ergänzen sich und gehen ineinander über. Wärme wird nicht einfach ungenutzt an die Umwelt abgegeben, sondern über Wasserdampf in Strom verwandelt. Gleichzeitig entsteht an anderer Stelle Kälte, die beim Kühlen der Waren benötigt wird.

5,25 Millionen Euro

"Das neue Gebäude in Amberg ist wichtig für eine vertiefte Forschung", erklärt Professor Brautsch. "Damit haben wir ganz andere Möglichkeiten." Bisher nutzen die Forscher in Sachen Energieeffizienz fünf Labore im Hauptgebäude der OTH. "Die bleiben natürlich erhalten. Was wir jetzt bekommen, ist sozusagen ein neues Headquarter."

Seit 2012 pumpte der Freistaat Bayern rund 5,25 Millionen Euro in die Forschung rund um die Kraft-Wärme-Kopplung in Amberg. Das Förderprogramm läuft Ende 2016 aus. "Wir bemühen uns natürlich um eine Anschlussfinanzierung", betont Brautsch. "Jetzt wird die Infrastruktur errichtet. In Zukunft geht es darum, sie auch zu nutzen."
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