Zucker macht eher schlau als krebskrank

Eine Langzeitstudie des Robert-Koch-Instituts zeigt, dass die Krebsneuerkrankungen zugenommen haben. "Wenn man aber berücksichtigt, dass die Zahl der älteren Menschen in dieser Zeit stark gestiegen ist, dann ist die Zahl der Krebserkrankungen in den letzten 15 Jahren gleich geblieben", heißt es in einer Mitteilung aus dem Klinikum.

"Wir haben häufig größere Angst vor Gefahren, deren Mechanismus wir nicht verstehen: Krebs ist komplexer als andere Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Leiden, obwohl diese doppelt so gefährlich sind. Dennoch ist die Angst, an Krebs zu erkranken bei den meisten größer", erklärte Prof. Dr. Anton Scharl (Chef der Frauenklinik, Leiter des Brust- und Gynäkologischen Krebszentrums am Klinikum) beim Ratgeber Gesundheit. Mehr als 100 Besucher waren zu dem eineinhalbstündigen Vortrag gekommen, bei dem der Experte auch mit anderen Mythen aufräumte.

Bezüglich der derzeit vielfach diskutierten negativen Wirkung von Aluminiumsalzen auf die Gesundheit erklärte der Professor: "Wer Deo mit Aluminium benutzt, erhöht bei normalen Gebrauch sein Brustkrebsrisiko nicht. Denn dann dürften wir auch keine Joghurtdeckel mehr abschlecken oder unsere Brezen direkt auf Aluminiumblech backen. Es ist immer alles eine Frage der Dosis." Gleiches gelte auch für den Irrglauben, dass zuckerhaltige Lebensmittel das Krebswachstum beschleunigen würden. "Sicher ist allenfalls, dass Sie dumm werden, wenn Sie ganz auf Zucker verzichten. Denn unser Gehirn braucht ihn, um funktionieren zu können", erklärte Scharl.
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