Zuckersüßer Derbysieg

"Spitzenreiter, Spitzenreiter, hey, hey" - die Fans feiern bereits eine halbe Stunde vor dem Ende, nach dem Schlusspfiff jubeln auch die Spieler. Über den Erfolg gegen Ammerthal und das Ergebnis des großen Rivalen SpVgg SV Weiden.

Nach 90 Minuten stand es 2:0 für den FC Amberg, der vor rund 1800 Zuschauern einen hochverdienten Sieg einfuhr. Und durch die Weidener 0:2-Niederlage in Aubstadt sowie das verlegte Spiel Aschaffenburgs die Tabellenführung in der Fußball-Bayernliga übernahm.

Bei der DJK Ammerthal hingen die Köpfe weit unten nach einem Spiel, in dem man "hoffnungslos überfordert und absolut chancenlos" gewesen sei, wie Trainer Robert Ziegler feststellte. Beste Laune hatte hingegen FC-Coach Timo Rost: "Wir wussten, dass es ein Geduldsspiel wird. Aber wir haben das sehr gut gemacht und am Schluss auch absolut verdient gewonnen."

Nur Gelb für Gorgiev

Im Vergleich zur Vorwoche änderten beide Trainer ihre Startelf: Bei Amberg mussten Tobias Wiesner und Sven Seitz erst einmal auf die Bank, Kai Hempel und Sebastian Hauck kamen dafür von Beginn an. Bei Ammerthal spielten Christian Richter, Benjamin Scheidler und Lukas Papadopoulos anstelle von Nico Becker, Michal Pospisil und den verletzten Jan Fischer. Den ersten Aufreger der Partie gab es dann schon nach fünf Minuten: Oliver Gorgiev checkte Dominik Haller um, nachdem bereits abgepfiffen war, und sah dafür von Schiedsrichter Patrick Hanslbauer nur Gelb - die Rote Karte wäre wohl die richtige Entscheidung gewesen.

So ging es mit normaler Personalstärke weiter, allerdings nicht immer zielgerichtet. Denn der FC tat sich schwer gegen tiefstehende Ammerthaler, die nach vorne harmlos waren. Große Torgefahr strahlte Amberg aber auch nicht aus. Sehenswert in der ersten Hälfte waren lediglich ein Schuss von Benjamin Werner (20.), den der starke DJK-Torwart Kevin Schmidt über die Latte lenkte, sowie eine Doppelchance, als zunächst der Versuch von Julian Ceesay abgeblockt, dann der Nachschuss von Sebastian Hauck zur Ecke geklärt wurden. Amberg hatte deutlich mehr vom Spiel, konnte diese Feldüberlegenheit aber nicht nutzen.

Sebastian Hauck blieb in der Pause in der Kabine, für ihn kam Tobias Wiesner und setzte gleich nach Wiederbeginn einen Kopfball knapp neben das Tor. Besser machte es dann in der 54. Minute sein Sturmkollege Benjamin Werner. Nach einer Ecke von Kai Hempel und etwas Durcheinander stand er im Fünfmeterraum (!) sträflich frei und musste nur noch den Kopf hinhalten - 1:0. Nur zwei Minuten später hätte Tobias Wiesner nachlegen können, seinen Schuss aus gut zehn Metern klärte Kevin Schmidt erneut stark.

Robert Ziegler reagierte und stellte mit den Einwechslungen von Nico Becker und Michal Pospisil auf mehr Offensive um. Das gab dem FC Amberg aber auch den Platz, den er für sein Umschaltspiel ganz gerne hat. Nach einem Konter wie aus dem Lehrbuch zog Marco Wiedmann in Richtung Tor und markierte (mit etwas Hilfe des Innenpfostens) das 2:0 (64.). Ein Tor, das der DJK einen richtigen Schlag versetzte - Amberg hingegen nutzte die Räume, ließ Ball und Gegner laufen und spulte die Partie souverän herunter.

Starker Kevin Schmidt

Dass es am Ende eben nur 2:0 ausging, lag vor allem an Kevin Schmidt, der bei einem Versuch von Sven Seitz (86.) und im direkten Duell mit Benjamin Werner (88.) Schlimmeres verhindern konnte. Ausschlaggebend für den Sieg war einmal mehr eine starke zweite Hälfte: "Wir haben die Qualität, dass wir in den zweiten 45 Minuten noch zulegen können, auch von der Bank aus. Außerdem verlieren wir gegen eine solch tiefstehende Abwehr die Nerven nicht mehr, sondern suchen weiter unsere Lücken. Im vergangenen Jahr hätten wir so ein Spiel wahrscheinlich verloren", lobte Timo Rost die Weiterentwicklung seiner Mannschaft.

Auf der Gegenseite war die Gemütslage natürlich angespannter. "Wir haben versucht, gut zu stehen und die Chancen zu nutzen - das ist uns nicht gelungen. In vielen Bereichen läuft es noch nicht so, wie ich es mir vorstelle, daran müssen wir jetzt arbeiten", sagte Robert Ziegler.
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