Zum 70. Mal jährte sich am 9. April der Angriff der 9. US-Luftflotte auf das
US-Bomber stürzt in Hirschwald

Eine Martin B-26 Marauder in den Farben der 387th US Bomb Group - eine Maschine gleichen Typs wurde bei Garsdorf abgeschossen. Bild: National Museum of the US Air Force, Dayton
Heeresnebenzeugamt in Amberg. Dabei schoss die deutsche Luftwaffe bei Wolfsbach einen amerikanischen Bomber ab, der östlich von Garsdorf in den Hirschwald stürzte.

Helmut Birner hat in jahrelanger Arbeit die Hintergründe und Fakten, aber auch die Schicksale beteiligter Personen recherchiert. Am Dienstag, 28. April, ist der Flugzeugabsturz Thema eines Lichtbildervortrags bei der Regionalgruppe Amberg des Historischen Vereins. Die Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr im KEB-Bildungszentrum Amberg (Dreifaltigkeitsstraße 3). Gäste sind willkommen, der Eintritt ist frei.

In der Endphase des Krieges gelangen der deutschen Luftwaffe nur noch sporadisch Erfolge, so dass die Alliierten fast ungehindert angreifen konnten. Zu den strategischen Industriezielen kamen nun auch Angriffe auf Verkehrsanlagen und Nachschubeinrichtungen. Das Amberger Heeresnebenzeugamt, im heutigen Bergsteig-Viertel gelegen, war deshalb ein Ziel von höchster Priorität. Die 387th US Bomb Group nahm mit ihren Flugzeugen am Morgen des 9. April 1945 vom Flugplatz in Nordfrankreich aus Kurs auf Amberg. Während des Anflugs starteten vom Flugplatz Lechfeld zwei hochmoderne Strahlflugzeuge vom Typ Messerschmitt Me 262, um den amerikanischen Bomberverband abzufangen.

Über dem Hirschwald kam es zum Luftkampf, bei dem ein US-Bomber vom Typ Martin B-26 Marauder abgeschossen wurde. Fünf Besatzungsmitglieder kamen dabei ums Leben. Co-Pilot Leo Opalka konnte sich mit dem Fallschirm retten. Mit Brandverletzungen geriet er in deutsche Kriegsgefangenschaft. Seine gefallenen Kameraden wurden vor Ort beerdigt und nach dem Krieg auf amerikanische Soldatenfriedhöfe in Nordfrankreich und den USA überführt. Im weiteren Verlauf des Angriffs wurde das Heeresnebenzeugamt schwer getroffen und dem Erdboden gleich gemacht. Amberg war an diesem Tag erstmals von einem Luftangriff betroffen, bei dem 120 bis 150 Menschen, überwiegend Kriegsgefangene, zu Tode kamen.
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