Zum Festtag in Tracht geschlüpft

Die oberschlesischen Trachten und Bergmannsuniformen sind immer wieder eine Augenweide. Bild: hfz

Wenn es um die heilige Barbara geht, dann kommen die Gäste zur Feier gerne nach Amberg, sogar von weiter her. Zum 66. Mal hat die Landsmannschaft der Oberschlesier das Fest der Schutzpatronin aller Bergleute ausgiebig gefeiert.

Im ACC freute sich Kreisvorsitzende Dr. Claudia Sattler-Graf über die vielen Besucher, die zum Teil bis aus dem Rheinland angereist waren. Unter den Gästen befanden sich auch Mitglieder der Kreisgruppe Nürnberg mit ihrem Vorsitzenden Georg Masnitza und Freunde der Sudetendeutschen Landsmannschaft mit ihrem Vorsitzenden Friedrich Nitschmann.

Bräuche und Traditionen

Die Feier ist für die oberschlesischen Landsleute stets eine Gelegenheit, sich an ihre überlieferten Bräuche und Traditionen aus der alten Heimat zu erinnern und bei der Gelegenheit schöne Gespräche mit Freunden zu führen.

Dr. Sattler-Graf sprach in ihrer Begrüßungsrede auch die Tatsache an, dass sich viele angesichts der Not und des Elends tausender Flüchtlinge wohl an die eigenen Schrecken von Flucht und Vertreibung erinnern dürften. "Es wiederholt sich, was vor 70 Jahren etwa zwölf Millionen Deutschen in Ost- und Südosteuropa widerfahren ist. Sie mussten ihre Heimat mit winzigem Gepäck verlassen und wussten nicht, ob sie diese jemals wiedersehen würden."

Dass man in Deutschland überhaupt noch von der Heimat Oberschlesien spricht, ist laut Dr. Sattler-Graf ein ganz großes Verdienst der Landsmannschaften, die sich in vielen Städten Deutschlands aufopferungsvoll für alle vertriebenen Landsleute auch auf politischer Ebene eingesetzt und gradlinig und unerschrocken deren Belange artikuliert haben. "Nur durch dieses lebendig halten der Kultur, wie zum Beispiel der Barbarafeier, würden derartige Begegnungen nach wie vor so zahlreich gewünscht und damit gelebte Heimattreue unter anderem durch das Tragen oberschlesischer Trachten demonstriert. Den Prolog mit dem Gedicht "Am Barbaratag" trug Isabella Graf vor, Maria Paris gab in ihren Ausführungen "Tag der Heimat" anschaulich die Stellung dieser Feier in der Ex-Heimat wieder.

Flucht und Vertreibung

Manfred Pollok unterhielt die Zuhörer mit seinen persönlichen Erinnerungen zu Flucht und Vertreibung, beispielsweise wie er vor 70 Jahren als Schuljunge und Flüchtlingskind eine neue Heimat in Amberg gefunden hatte. Er fesselte damit natürlich vor allem die jungen Zuhörer, als er sehr unterhaltsam von seinen Schulerlebnissen innerhalb der Klasse unter den bayerischen Kindern erzählte. "Sie haben mich als fremdes Preußenkind schneller als so mancher Lehrer als dazugehörig akzeptiert."

Nach einem humorvollen Gedicht gab es nach dem Singen traditioneller oberschlesischer Liedern sowie Bayernhymne und Deutschlandlied das traditionelle Eisbeinessen. Anschließend trug Friedrich Nitsch-mann ein Gedicht über das Altwerden vor, was für viel Gelächter sorgte. Bei einer Tombola gab es schöne Preise zu gewinnen. Auch der Steigerreigen durfte wieder nicht fehlen, an dem sich die Gäste gerne beteiligten. Musikalisch wurde die Feier von der Kapelle Rzepka begleitet.
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