Zuwachs für das Klinikum

Die Marienstraße verändert ihr Gesicht: Der Infektionsbau beim Klinikum wird abgerissen. Bild: Hartl

Zum Klinikum St. Marien gesellt sich ein kompetenter Partner. Spätestens im Frühjahr beginnen die Arbeiten für die Kinder- und Jugendpsychiatrie gleich neben der Notaufnahme. Zuerst aber rückt der Abrissbagger an.

Der sogenannte Infektionsbau an der Ecke Wiltmaister-/Marienstraße muss weichen. An seine Stelle soll ein rund 6,5 Millionen teurer Neubau treten, der künftig die Tagesklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie sowie die Tagesklinik für Erwachsenenpsychiatrie beherbergt. Beide Einrichtungen docken zwar an das städtische Klinikum an, werden aber von der Medbo (Medizinische Einrichtungen des Bezirks Oberpfalz) betrieben.

Drei Stockwerke

Die Pläne sind fertig, in den nächsten Wochen erfolgt die Ausschreibung für die Abbrucharbeiten. "Der Bauvorantrag wurde eingereicht und von der Stadt Amberg bewilligt. Im Frühjahr 2016 beginnen die Abbrucharbeiten. Baubeginn ist im April 2016 und Fertigstellung voraussichtlich Ende 2017", teilt Medbo-Sprecherin Lissy Höller mit. "Voraussichtlich ab 2018 können die Patienten im neuen Klinikum behandelt werden." Eine Tagesklinik ist quasi eine Klinik ohne Betten. "Sie dient als Nahtstelle zwischen ambulanter Therapie und stationärer Behandlung. Die tagesklinische Behandlung ermöglicht auch, stationäre Aufenthalte zu verkürzen oder gänzlich zu vermeiden", erklärt Höller. "Andererseits kann sie eine Behandlungsalternative darstellen, wenn die ambulanten Behandlungsformen nicht mehr ausreichen."

Insgesamt bietet der Neubau rund 1200 Quadratmeter Nutzfläche auf drei Etagen. Auch ein kleines Parkdeck ist geplant. Das neue Gebäude soll sich mit seiner Fassade der des Marien-Klinikums angleichen. Von den 6,5 Millionen Euro Gesamtkosten übernimmt der Freistaat rund 3,5 Millionen. Der Bezirk Oberpfalz beteiligt sich mit rund 650.000 Euro. Die Tagesklinik bietet zwölf Kindern und Jugendlichen Diagnostik, Krisenintervention und Behandlung bei psychischen Belastungen: bei Ängsten und Depressionen, Aufmerksamkeitsstörungen, bei psychosomatischen Störungen (Einnässen oder Essstörungen), selbstverletzendes Verhalten, Suizidalität, Suchterkrankungen, Tic- und Zwangsstörungen.

Grundstück überlassen

Bezirksrat Richard Gaßner hebt die reibungslose Zusammenarbeit mit der Stadt hervor. Die Kommune habe dem Bezirk das Grundstück unentgeltlich überlassen. Derzeit ist die Tagesklinik im ehemaligen Bundeswehrkrankenhaus an der Köferinger Straße untergebracht. Der Mietvertrag dort läuft vorerst noch bis zum April 2017.
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