Zweckverband und Bücherl kritisieren Realschul-Aufnahmestopp und Busprobleme
ZNAS und Bürgermeister sauer

Eine weitere Verschlechterung der Busverbindungen kann sowohl den Schülern als auch den Eltern nicht mehr vermittelt werden. Und so denke ich, das kann auch nicht mehr hingenommen werden.
In die bisher vor allem auf Elternebene geführte Diskussion um den Aufnahmestopp für Fünftklässler aus bestimmten Landkreisgemeinden an der Amberger Schönwerth-Realschule haben sich am Wochenende auch Freihungs Bürgermeister Norbert Bücherl und der Zweckverband Nahverkehr Amberg-Sulzbach eingeschaltet. Letzterer teilte auf seiner Facebook-Seite mit, dass er "während der Gespräche zu keinem Zeitpunkt beteiligt wurde und keine Möglichkeit hatte, vor auftretenden Problemen zu warnen".

"Die endgültigen Entscheidungen erfuhr der ZNAS ebenso wie die Öffentlichkeit aus der Presseberichterstattung", bezieht sich der Zweckverband auf entsprechende Berichte der Amberger Zeitung in der vergangenen Woche. Auch Norbert Bücherl zeigt sich in einer Mail an Oberbürgermeister Michael Cerny und Landrat Richard Reisinger, die mit dem Aufnahmestopp ebenso befasst waren, verwundert über diese Entwicklung. Der Beschluss dazu sei wohl "unumstößlich und sowohl die betroffenen Eltern als auch die Kommunen haben ihn als gegeben hinzunehmen", kritisiert der Bürgermeister und wirft die Frage auf, "mit welcher Busverbindung die Schüler aus Freihung nach Sulzbach-Rosenberg zur Realschule kommen sollen" (sie soll für die nächsten drei Schuljahre die Fünftklässler aus Freihung und acht anderen Gemeinden mit Ausnahme weniger Ortsteile aufnehmen, Anm. d. Red.). An Beispielen erläutert Bücherl, dass das zu verschiedenen Tageszeiten entweder schwer bis gar nicht oder nur mit unzumutbaren Umständen möglich ist.

"Ich möchte schon deutlich zum Ausdruck bringen, dass die Schüler aus unserer Marktgemeinde bei den Busverbindungen nach Sulzbach-Rosenberg nicht schlechter gestellt werden dürfen, als diejenigen Fahrschüler, die bisher nach Amberg in der Schönwerth-Realschule beschult werden", schreibt der Bürgermeister an Cerny und Reisinger. Die Schüler aus dem Raum Freihung haben nach seinen Worten "bereits bisher nicht die besten Busverbindungen in die Schulstandorte nach Amberg beziehungsweise Sulzbach-Rosenberg hinnehmen müssen".

Bücherl weiter: "Die weitere Benachteiligung des Marktes Freihung muss dann seine Grenzen haben, wenn zu befürchten ist, dass wegen der genannten Auswirkungen mit der Überfüllung von Realschulen ... ein weiterer Wegzug von Familien mit schulpflichtigen Kinder in die Städte mit weiterführenden Schulen" droht. All das sei der "miserablen Schulpolitik des Freistaats Bayern geschuldet". Bücherl macht als "Grund für die Überfüllung der Realschulen und die Leerstände der Hauptschulen auf dem flachen Land einzig und allein die Einführung der R 6 1998" aus.

"Durch derartige Entscheidungen mit den beschriebenen negativen Auswirkungen wird die Arbeit eines Bürgermeisters an der Peripherie eines Landkreises mehr und mehr erschwert", beschwert sich Bücherl massiv. Er hofft deshalb auf "eine praktikable und für alle Beteiligten einvernehmliche Lösung dieses Problems" und bittet OB und Landrat um "Unterbreitung eines zeitnahen Vorschlags im Sinne der Schüler des Marktes Freihung, die an die Realschule nach Sulzbach-Rosenberg verwiesen werden".
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