Zwei Prozesse gegen Versandhaus-Mitarbeiter in Amberg
Hehlerei in großem Stil

Die Justiz in Amberg muss sich in diesen Tagen mit zwei Männern befassen, die gestohlene Ware aus einem Elektronikversandhaus in Wernberg-Köblitz (Kreis Schwandorf) zu Schnäppchenpreisen verhökert haben sollen. Vor einer Strafkammer des Landgerichts hat der Prozess gegen einen 51-Jährigen aus dem Kreis Neustadt/WN begonnen. Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, dass er in 39 Fällen neuwertige Fernsehgeräte und Laptops verkaufte, die ein Bekannter von ihm in dem Versandhaus stahl. Der Dieb saß quasi an der Quelle: Er hatte die Elektronikgeräte in Pakete verpackt und sie zu Leuten auf den Weg gebracht, die vorher Bescheid wussten.

Das Verfahren gegen den 51-Jährigen findet zum zweiten Mal statt, nachdem der Bundesgerichtshof in Karlsruhe das gegen ihn ergangene Ersturteil aufgehoben hatte. Dabei war er wegen bandenmäßiger Hehlerei zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Die verhängten Strafen gegen vier weitere Personen, die sich an den illegalen Transaktionen beteiligt hatten, sind jedoch rechtskräftig. Die gestohlenen Geräte fanden seinerzeit weit unter ihrem eigentlichen Wert Abnehmer in der ganzen Oberpfalz.

Daraus resultierten Dutzende einzelner Hehlereiverfahren. Vor einem Amberger Schöffengericht muss in dieser Woche ein Mann aus dem Kreis Amberg-Sulzbach erscheinen. Er soll über eine Internet-Auktionsplattform zahlreiche Mikroprozessoren verkauft haben, die ebenfalls aus dem Wernberger Versandhaus stammten. Der damals in dem Unternehmen beschäftigte Mann war von der Schwandorfer Justiz nach einem Geständnis zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Er hatte die Prozessoren aus der Verpackung genommen und sie zum Abtransport in der Geldbörse verstaut.
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