Zwei Tage Knast statt Discothek

Symbolbild: dpa

"Gewaltigen Bockmist" hatte er vor einer Discothek an der B 85 nahe Kropfersricht gebaut. Das sah der 19-Jährige aus Amberg vor dem Amtsgericht jetzt selber so. Doch gelang es ihm, bei der Hauptverhandlung fleißig Pluspunkte zu sammeln.

Absolut glaubhaft und ausführlich war das Geständnis des 19-jährigen Malers, inklusive einer reumütigen Entschuldigung beim Geschädigten, da gab es die von Einzelrichter Peter Jung in Aussicht gestellte Nachsicht.

"Ich will mich da gar nicht rausreden, so wie vorgetragen war's, mir tut das leid, mehr kann ich nicht sagen", äußerte der Angeklagte. Über die Vorgeschichte musste er dann doch noch was sagen, schließlich ging's ja um die Wahrheitsfindung.

Die Körperverletzung wurde schließlich mit einem Freizeitarrest für den Heranwachsenden geahndet, und zwar nach dem Jugendstrafrecht. Knast statt Discothek heißt es für den jungen Mann zumindest ein Wochenende lang - da muss er den Arrest in einer Nürnberger Haftanstalt verbringen. Mit dieser Strafe einverstanden zeigten sich sowohl der Angeklagte als auch der Vertreter der Amberger Staatsanwaltschaft.

Streit um Taxi

Was war passiert? Im März dieses Jahres, nachts um drei Uhr, war der 19-jährige Maler und Lackierer mit seiner Clique auf dem Weg von der Discothek an der B 85 zu einem nahen Taxistand, um dort in ein bestelltes Großraumtaxi einzusteigen. Das wollten auch einige andere Gäste, die nicht wissen konnten, dass das Taxi von dem 19-Jährigen geordert worden war. Sie meinten, es stehe dort und warte auf Discothekenbesucher. Darunter befand sich auch ein 23-jähriger Student aus Sulzbach-Rosenberg, der mit ein paar Kumpels auf dem Nachhauseweg war.

Vor dem Taxi ging es zunächst verbal rund, schließlich waren alle Beteiligten ziemlich alkoholisiert. Im Verlauf des Streits trat der 19-jährige Maler dem Studenten in den Magen und schlug ihn zweimal mit der Faust auf die Lippen. Die platzten auf. Das Opfer hatte eine Woche Schmerzen, das war's dann auch.

Die Staatsanwaltschaft ging wegen der Körperverletzung von öffentlichem Interesse aus; der Geschädigte sah das aber recht cool. Die Schmerzen waren "im mittleren Bereich", ließ er als Zeuge wissen. Einen Strafantrag hatte er nicht gestellt, sich aber vorbehalten. Und überhaupt, so vermittelte er den Eindruck, sei die Sache nach der glaubhaften Entschuldigung des Schlägers so gravierend nicht mehr.

Letztes blaues Auge

Als "Tritt vors Schienbein" wollte der Staatsanwalt eine Verurteilung des bereits einmal wegen Diebstahls in Erscheinung getretenen Malers sehen; ein Dauerarrest sei anzuwenden. Richter Peter Jung machte dem jungen Mann deutlich, dass er mit dem berühmten blauen Auge davongekommen sei und in einem Wiederholungsfall nicht mit Nachsicht rechnen dürfe.
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