175 Jahre staatliches Vermessungswesen in Amberg
Am Anfang stehen Daten

Aus Katasterdaten wird per 3-D-Drucker ein Jubiläumsgeschenk: Präsident Klement Aringer (Dritter von links) überreichte Vermessungsdirektor Kurt Beyerlein (links daneben) ein Modell des ehemaligen Kurfürstlichen Schlosses und heutigen Landratsamts. Zum 175-jährigen Bestehen der Behörde gratulierten auch stellvertretender Landrat Franz Birkl (links) und Oberbürgermeister Michel Cerny.

In großen, bronzenen Lettern steht noch der bis heute gebräuchliche Name gleich neben dem Eingang: Vermessungsamt. Es wäre jedoch vermessen, die Amberger Behörde darauf zu reduzieren.

175 Jahre nach der Installierung des damals vierten Bezirkgeometers im Königreich Bayern (1806 bis 1918) ist dessen 16. Nachfolger, Kurt Beyerlein, Leiter des Amtes für Digitalisierung, Breitband und Vermessung. 1841 gegründet, zeichnete ein Festakt anlässlich dieses Jubiläums vor geladenen Gästen die Behörde als eine lebendige Schnittstelle der Geschichte und Zukunft.

Bereits seine Begrüßung von zahlreichen Amtsträgern und Amtsleitern nutzte der Vermessungsdirektor dazu, die vielfältigen behördlichen Banden, die andere Verwaltungen eng an sein Haus binden, zu skizzieren. Seien es die Justiz, das Finanzamt, die Baubehörden, die Kommunen oder Gebietskörperschaften, und nicht zuletzt die Bürger. Ihr Recht auf Eigentum an Grund und Boden manifestiere sich nicht nur theoretisch auf exakt bestimm- und nachvollziehbare Katasterdaten. Erhoben, registriert und archiviert von seinem Haus, betonte Beyerlein. Die Entwicklung des Vermessungswesens von vorchristlichen Ursprüngen bis zu heutigen digitalen Standards beschrieb in seinem Festvortrag stichpunktartig der Präsident des Landesamtes für Digitalisierung, Breitband und Vermessung, Dr.-Ing. Klement Aringer. Auch in diesem Zusammenhang wurde deutlich, dass die Bestimmung und Verwaltung von Geodaten stets in einem handfesten Kontext steht.

Ein Stück Gerechtigkeit


Etwa bei der Erhebung von Grundsteuer, die beispielsweise bei der Gründung des Königreichs Bayern noch rund 70 Prozent (heute noch zwei Prozent) des damaligen Steueraufkommens ausmachte. Zudem konkurrierten noch 114 Steuersysteme ehemals selbstständiger Territorien, die es laut Aringer zu vereinheitlichen galt. Und wieder einmal hätten die Vermesser rangemusst, um die nötigen Ausgangsdaten zu liefern.

Jederzeit offen für alle


Dass heute die Digitalisierung und der Ausbau des Breitbandes zu neuen Kernaufgaben der Ämter geworden sind, verwundert den Präsidenten vor diesem Hintergrund nicht. Damit habe sich das staatliche Vermessungswesen auch der Allgemeinheit jederzeit zugänglich (www.bayernatlas.de) geöffnet. In kurzen Grußworten betonten Oberbürgermeister Michael Cerny und stellvertretender Landrat Franz Birkl die enge und vielschichtige Verbundenheit von Kommunalverwaltungen zu dem Amt und dessen Aufgabenfeldern.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.