47-Jähriger ersticht Ehefrau in Schnaittenbach
Die Anklage lautet auf Mord

Die Ermittler und Spurensicherer kamen bereits kurz nach der Schnaittenbacher Bluttat ins Haus und untersuchten sämtliche Hinweise auf das Geschehen. Die 38-jährige dreifache Mutter war nach mehreren Messerstichen gestorben. Die Erkenntnisse über die Vorgehensweise ihres heute 47 Jahre alten Ehemannes münden bei der Amberger Staatsanwaltschaft in eine Mord-Anklage. Sie liegt jetzt der Ersten Strafkammer beim Landgericht vor. Archivbild: Hartl
Politik
Amberg in der Oberpfalz
10.12.2014
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Die Ermittlungsbehörde geht von Heimtücke und niederen Beweggründen aus. Sie hat nach Abschluss ihrer über neun Monate dauernden Ermittlungen Anklage gegen einen 47-Jährigen erhoben, der in Schnaittenbach seine Ehefrau erstach. Der Staatsanwalt meint: "Es war Mord."

Das Verbrechen spielte sich in der Nacht zum 11. Februar dieses Jahres in Schnaittenbach ab. Nachbarn hörten damals Lärm und Gepolter aus dem ersten Obergeschoss eines an der Rosenbühlstraße stehenden Mehrfamilienhauses. Um 1.19 Uhr wurde die Polizei verständigt. Als Funkstreifenbeamte eintrafen, stießen sie vor dem Anwesen auf einen Mann mit blutverschmierten Händen. Er ließ sich widerstandslos festnehmen. Augenblicke später wurde deutlich, was geschehen war: Der damals 46-Jährige hatte in der gemeinsamen Wohnung seiner Ehefrau mit offenbar mehreren Messern eine Vielzahl von Stichen versetzt. Die 38-Jährige lebte zwar noch, als Arzt und Sanitäter eintrafen. Doch alle Rettungsversuche waren vergebens. Sie starb am Tatort.

Frau wollte ihren Mann verlassen

"Die Ehe war wohl im Auflösen begriffen", war vom Leitenden Oberstaatsanwalt Harald Riedl nach der Bluttat angedeutet worden. Davon geht Riedl auch in seiner Anklage wegen Mordes aus, die seit wenigen Tagen der Ersten Strafkammer beim Landgericht vorliegt. Wenn ein Verbrechen juristisch als Mord klassifiziert werden soll, bedarf es konkreter Merkmale. Für den Leitenden Oberstaatsanwalt sind das in diesem Fall Heimtücke und niedere Beweggründe. Die 38-Jährige, so war bereits zu Beginn der Nachforschungen bekannt geworden, hatte wohl unter Gewalttätigkeiten ihres Mannes gelitten. Sie plante offenbar den Auszug. Das aber mochte der heute 47-Jährige nicht dulden. Das Opfer des Verbrechens hatte drei Kinder. Zwei von ihnen waren zum Zeitpunkt des Geschehens nicht im Haus. Ob das dritte Kind Augenzeuge der Messerstiche wurde, wird wohl erst beim Prozess endgültig deutlich werden. Es war nach dem Tod der Mutter in die Obhut von Verwandten gekommen.

Hauptverfahren noch nicht eröffnet

Die Akten samt Anlageschrift liegen unterdessen auf dem Tisch der Strafkammervorsitzenden Roswitha Stöber. Das Hauptverfahren, teilte sie auf Anfrage mit, sei bisher nicht eröffnet. Wenn das geschieht, wäre das Schwurgericht zur Aburteilung zuständig. Einen ins Auge gefassten Prozesstermin gibt es bisher nicht. Die Staatsanwaltschaft hat eine Reihe von Zeugen und Sachverständigen benannt. Leitender Oberstaatsanwalt Harald Riedl vertritt in dem Verfahren die Anklage.
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