47-jähriger Mörder aus Schnaittenbach soll lebenslänglich ins Gefängnis
Mann soll lebenslang in Haft

In seinem Schlusswort sagte der 47-Jährige mit tränenerstickter Stimme: "Ich wollte meine Frau nicht töten." Zuvor hatte der aus Weiden stammende Hermann K. den Strafantrag der Staatsanwaltschaft gehört. Er lautete auf eine lebenslange Haftstrafe wegen Mordes, begangen an seiner Ehefrau.

Über sieben Prozesstage hinweg hatte der Gelegenheitsarbeiter Hermann K. versucht, das ihm zur Last liegende Verbrechen in ein für ihn günstiges Licht zu rücken. Dabei attackierte er Zeugen nach Belieben, sparte nicht mit Ausdrücken wie "Miststück" und "Man sieht sich immer zweimal". Als dann aber der Leitende Oberstaatsanwalt Harald Riedl eineinhalb Stunden lang die Geschehnisse aus seiner Sicht beschrieb und zu der Erkenntnis kam, dass da jemand sitze, der seine Ehefrau regelrecht "abgeschlachtet" habe, mischte er sich nicht mehr ein. Er hörte mit versteinertem Gesicht zu.

"Das war kein Affekt"

Riedl schilderte, wie sich die 38-jährige Heike K. von ihrem Mann habe trennen wollen, in der Nacht zum 11. Februar 2014 in die gemeinsame Wohnung in Schnaittenbach (Kreis Amberg-Sulzbach) zurückgekehrt und dort einer jähen Messerattacke zum Opfer gefallen sei. "Das", so der Leitende Oberstaatsanwalt, "war kein Totschlag im Affekt. Es war Mord." Harald Riedl hielt niedere Beweggründe beim Täter für ausschlaggebend. Die Mutter dreier Kinder sei chancenlos gewesen, als ihr Mann mit insgesamt vier Messern über sie herfiel. Sie verblutete an den ihr beigebrachten 53 Stichen und Schnittverletzungen. "Auf Mord", resümierte Riedl, "steht nur eine Strafe. Und die heißt lebenslang." Ein Antrag auf die Feststellung besonders schwerer Schuld, die eine Freilassung erst nach 20 Jahren möglich machen würde, wurde von Riedl nicht gestellt.

"Es war eine spontane Tat", konterte Verteidiger Dr. Hans-Wolfgang Schnupfhagn (Weiden). Sie sei affektartig in jenem Moment geschehen, als die 38-Jährige ihrem Mann die sexuellen Beziehungen zu einem in der gemeinsamen Wohnung ein und aus gehenden Freund gestanden habe. Die Vorgehensweise seines Mandanten wertete der Anwalt als einen minderschweren Fall des Totschlags und hielt eine Freiheitsstrafe von acht Jahren für ausreichend.

"Andere schützen"

Die nächsten Angehörigen des Opfers ließen sich als Nebenkläger von der Weidener Anwältin Ilka Lang-Seifert vertreten. Sie sagte: "Dieser Mann ist gefährlich, er hat zuvor schon Menschen gequält. Die Tötung von Heike K. war der traurige Gipfel. Vor seiner Grausamkeit müssen andere dauerhaft geschützt werden." Das Urteil wird morgen verkündet.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.