Änderungen bei drei Citybuslinien wegen EU-Unfallverhütungsvorschriften
Wendezeiten endgültig vorbei

Die EU und ihre Unfallverhütungsvorschriften wirken hinein bis nach Alt-Eglsee und in die Dr.-Robert-Strell-Straße. Beiden gemeinsam ist, dass dorthin Citybusse verkehrt sind, die hier seit vielen Jahren am Endpunkt ihrer Linie gewendet hatten. Damit ist es vorbei - zum Leidwesen der Fahrgäste.

Ohne Einweiser dürfen Linienbusse fortan rückwärtsfahrend nicht mehr auf öffentlichen Straßen wenden. Die Änderung trat bereits zum 1. Oktober in Kraft. In der Sitzung des Verkehrsausschusses informierte darüber Verkehrsreferent Dr. Bernhard Mitko. Nach seinen Worten werden seither - und voraussichtlich bis Ende 2017 - die Haltestellen Drillingsfeld, Ernteweg und Frühlingsstraße nicht mehr angefahren. Alt-Eglsee bleibe wohl auf Dauer abgehängt, weil es dort seitens von Grundbesitzern bis dato keine Bereitschaft gebe, Flächen für Wendemanöver abzutreten.

Nun stünden die Haltestelle in der Katharinenfriedhofstraße sowie eine Ersatzhaltestelle für beide Fahrtrichtungen im Bereich der Einmündung der Ackermannstraße zur Verfügung. Den zusätzlichen Fußweg für Fahrgäste von unter 200 bis zu 300 Metern hielt Mitko für "normal und zumutbar". Ergänzend fügte der Referent hinzu, dass die Schülerbeförderung von Alt-Eglsee durch das städtische Schulamt geregelt sei.

Der Sprecher machte zudem deutlich, dass mit der geschilderten Fahrplanänderung auf den Citybus-Linien 6 und 10 auch Positives einhergehe: die Umstellung vom Stunden- auf den 30-Minuten-Takt. Beide Linien verkehren seither "konsequent gegenläufig". Damit könnten Buspassagiere beispielsweise vom Drillingsfeld oder von Eglsee aus direkt zu den Einkaufsmärkten im Stadtwesten und von dort wieder zurück gelangen. Außerdem seien bei beiden Linien die Betriebszeiten an Wochenenden bis in die Nacht hinein ausgeweitet worden. Mitko rechnet zudem damit, dass mit der Erschließung des neuen Baugebietes Drillingsfeld II wohl gegen Ende 2017 wieder Wendemöglichkeiten für die Citybusse geschaffen werden könnten.

Dieter Amann (SPD) lauschte den Ausführungen sehr interessiert und meinte am Ende, jetzt einmal etwas sagen zu müssen, das er an die Adresse der Grundstücksbesitzer in Alt-Eglsee loswerden wollte: "Ich verstehe die Leute nicht, die in dieser Sache nicht bereit sind, mit der Stadt zusammenzuarbeiten." Schließlich hätten sie beizeiten Grundstücke für Bauwillige verkauft, denen sie jetzt das Busfahren erschwerten.

Der Ausschuss nahm dies ebenso zur Kenntnis wie die bereits erfolgte Änderung bei der Citybus-Linie 7, die den Stadtteil Luitpoldhöhe anbindet. Dort verkehrt unterdessen ein Midibus statt eines großen Zwölf-Meter-Gefährts - und zwar auf geänderter Route: Von der Sulzbacher Straße aus geht es nun gleich direkt nach links die Gümbelstraße hinauf zur Dr.-Robert-Strell-Straße und von dort nach Witzlhof. Damit entfällt das bisherige Wenden. Zugleich wurden die Haltestellen in der Selgrad- und Hörburgerstraße auf die andere Seite verlegt.

Auf Anregung von Bürgermeister Martin Preuß (CSU) soll es für Bewohner von Luitpoldhöhe eine Vor-Ort-Informationsveranstaltung geben. Dabei sei besonders über weitere Einschränkungen auf der Linie zu reden, wenn 2017 der akut einsturzgefährdete Kanal in der Gümbel-/Dr.-Robert-Strell-Straße erneuert wird. Dann werde die neue Route für einige Zeit komplett gesperrt.
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