Amberger Jugendamt legt Etatplan für 2017 vor
Der Druck der Aufgaben steigt

Einer der größten Einzeletats im städtischen Haushalt birgt zugleich die größten finanziellen Unsicherheiten in sich. Das liegt in der Natur der Sache. Denn familiäre Katastrophen sind beileibe nicht planbar.

Es geht um knapp 14,8 Millionen Euro. Mit diesem Haushaltsansatz an Gesamtausgaben geht das städtische Jugendamt in die Etatberatungen des Stadtrates für das nächste Jahr. Das sind rund eine Million Euro mehr als die für heuer in diesem Bereich veranschlagten Mittel von 13,9 Millionen Euro. Die Zustimmung im Jugendhilfeausschuss fiel am Dienstag einstimmig ohne größere Diskussion.

Die erübrige sich im Grunde auch, merkte Oberbürgermeister Michael Cerny (CSU) ganz allgemein an. "Über gesetzliche Pflichtaufgaben gibt es keine Diskussion." Die eigentliche Frage konzentriere sich deshalb darauf, wie viel die Kommune für die ihr auferlegten Ausgaben in der Jugendhilfe erstattet bekomme. Der von Jugendamtsleiterin Dr. Michaela Mühlmann umrissene Etatansatz gliedert sich in mehrere Unterabschnitte auf. Den größten Posten macht das sogenannte Allgemeine Budget aus, das für 2017 mit Ausgaben von 14,6 Millionen kalkuliert ist. Heuer waren noch rund 13,6 Millionen Euro eingeplant.

Die großen Brocken


Auf der Einnahmeseite wird in diesem Bereich für 2017 mit 6,7 Millionen Euro gerechnet, womit knapp 8 Millionen Euro von der Stadt als sogenannte Budgetbasis zu tragen sind. Im Allgemeinen Budget schlagen sich die größten Ausgabeposten nieder. Allein der Kindergarten-/Krippenbereich ist über mehrere Haushaltsstellen (Tageseinrichtung für Kinder), verteilt mit Millionensummen für Betriebs- und Personalkostenzuschüsse, vertreten (rund 12 Millionen Euro).

Noch nicht vorbei


Als eine der großen Unwägbarkeiten des Jugendhilfeetats sind seit 2014 die Hilfen für minderjährige Flüchtlinge ohne Familie hinzugekommen. Mühlmann kalkuliert, dass "das uns auch noch die nächsten Jahre begleiten wird". Nur sehr vage veranschlagt das Jugendamt aufgrund seiner bisherigen Erfahrungen und noch laufender Verrechnungen deshalb Kostenansätze beispielsweise für zu erwartende Heimkosten oder betreute Wohnformen - jedoch insgesamt und nicht nur für junge Flüchtlinge, wobei diese Kosten zu 100 Prozent erstattet werden. Heuer waren hier als vorläufiges Rechnungsergebnis 1,2 Millionen Euro fällig.

Trotz der zum Teil recht üppigen Einzelansätze gab Cerny zu bedenken, dass die Planungssicherheit auf dem Gebiet der Jugendhilfe grundsätzlich sehr brüchig sei. Im Extremfall könne eine für notwendig erachtete Maßnahme beispielsweise der Heimunterbringung oder sozialpädagogischen Einzelbetreuung schon einmal schnell mit 50 000 bis 100 000 Euro zu Buche schlagen. Im Griff habe das keiner. Mühlmann merkte zudem an, dass bei unkalkulierten Ausgaben die "Entlastung natürlich immer irgendwie zeitverzögert ist" und mithin diese Kosten erst einmal von der Stadt aufzubringen seien.

An den vorgelegten, relevanten Eckdaten wollte jedenfalls keines der Ausschussmitglieder rütteln. Der Etatentwurf passierte mithin das Gremium am Dienstag einstimmig, wird jedoch noch einmal dem Hauptausschuss sowie Stadtrat zur Entscheidung vorgelegt.

Das wird uns auch noch die nächsten Jahre begleiten.Jugendamtsleiterin Dr. Michaela Mühlmann über minderjährige Flüchtlinge


Über gesetzliche Pflichtaufgaben gibt es keine Diskussion.OB Michael Cerny über Etat-Spielräume in der Jugendhilfe
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