An der Regensburger Straße geht es neu um die Kosten
Bahnbrücke: Streit bahnt sich an

Wegen Bauarbeiten vor dem neuen Kino war die Regensburger Straße zwischen Bahnbrücke und Kreisel im Sommer 2014 schon einmal halbseitig gesperrt, was zu einigen Staus stadteinwärts führte. Wenn das Gleisbauwerk komplett erneuert und die B 85 samt Gehweg verbreitert wird, wird es an dieser Stelle voraussichtlich eine Vollsperrung geben. Wann das der Fall ist, steht wegen eines Streits mit der Bahn um Kosten allerdings noch nicht fest. Bild: Hartl
Politik
Amberg in der Oberpfalz
20.10.2016
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Das Nadelöhr Bahnbrücke in der Regensburger Straße soll verschwinden: Als diese Entscheidung nach vielen Jahren Stillstand endlich fiel, brach in Amberg fast schon Jubel aus. Doch der anvisierte Baubeginn wird sich laut Stadt nach hinten verschieben. Ursache ist ein Streit mit der Bahn, der sich mit der Wucht eines D-Zugs anbahnt.

Darüber halten sich die Beteiligten derzeit ziemlich bedeckt, weil sie hinter den Kulissen noch auf eine Lösung hoffen, die eine lange Verzögerung der Maßnahme vermeidet. Ob das gelingt, ist fraglich. Thomas Graml von der Pressestelle der Stadt nannte auf Nachfrage zumindest schon mal 2019 oder 2020 als frühesten Starttermin - von nächstem Jahr oder 2018, wie ursprünglich ins Auge gefasst, ist keine Rede mehr. Offenbar gestalten sich die Detailgespräche mit der Deutschen Bahn schwierig, obwohl sich diese Seite, die Stadt und das Staatliche Bauamt Amberg-Sulzbach, das unter der neuen Gleisbrücke die B 85 verbreitern will, über Grundsätzliches schon mal einig waren. Dazu zählte auch die Kostenfrage, die nun strittig zu sein scheint.

Wer anschafft, soll zahlen


Wie die AZ aus gut unterrichteten Kreisen erfuhr, geht es wohl darum, mehr Ausgaben auf die Stadt und den Straßenbaulastträger zu verlagern. Vor allem Letzterer wird nun offenbar von der Bahn als "Verursacher" der Maßnahme angesehen. Insofern müsse er sich stärker beteiligen - im Verbund mit der Stadt, die neben der Regensburger Straße auch für neue Gehwege zu beiden Seiten unter der Gleisbrücke sorgen will.

Die Bahn argumentiert neuerdings anscheinend damit, dass ihr bestehendes Bauwerk noch etliche Jahre halten würde und nicht so bald einer Erneuerung bedürfe. Die sei somit von Stadt und Straßenbaulastträger forciert, weshalb sich die DB finanziell in geringerem Maße in der Pflicht sieht. Klingt zwar logisch, war aber schon mal anders vereinbart, sagen Eingeweihte, die von einem "Trick" sprechen, "um die Kostenfolge zu drehen".

Untermauert wurde das demnach durch eigene DB-Planungsentwürfe, die beweisen sollen, dass die gewünschten Veränderungen auf Stadt und Bauamt zurückzuführen sind. Außerdem ist mittlerweile vonseiten der Bahn ein eisenbahnrechtliches Planfeststellungsverfahren beantragt worden, um diese Sichtweise zu manifestieren. So betrachten das zumindest die Kritiker vor Ort, die unter diesen Voraussetzungen auf die Stadt deutlich höhere Kosten zukommen sehen.

Die Kommune ist es auch, die sich damit schwerer tun wird, als das Staatliche Bauamt, hinter dem der finanzkräftige Bund steht. Dennoch hat Amberg von der Behörde Schützenhilfe erhalten. Das Bauamt hat nämlich seine Unterschrift fürs eisenbahnrechtliche Planfeststellungsverfahren verweigert, was zumindest weitere Fragen aufwerfen wird. Fragen, die allerdings auch Zeit kosten und noch keine erneute Meinungsänderung bei der DB garantieren.

Vollsperrung B 85 geplant


Vielleicht hat die sich anbahnende Verzögerung zumindest ein Gutes: Bis es mit der Gleisbrücke losgeht, ist voraussichtlich die Errichtung des neuen Parkdecks an der Marienstraße gleich um die Ecke abgeschlossen. Dadurch dürften nicht zwei Baustellen zusammenfallen, die wohl eines zusammenbrechen ließen: den Verkehr. Für ihn wird es allein mit der Bahnbrücke und einer über längere Zeit vorgesehenen Vollsperrung an dieser Stelle schwer genug. Erste Planungen für nötige, teils großräumige Umleitungen laufen laut Stadt, sind aber noch nicht spruchreif.
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Stefan Kreuzeck aus Pfreimd | 21.10.2016 | 15:09  
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