An ihnen soll es nicht liegen
Kreistags-Freie-Wähler wünschen sich mehr Praxisbezug

Die Kreistagsfraktion der Freien Wähler verlegte eine Sitzung in das Ensdorfer ZEN, das Geschäftsführer Gerhard Kopf (Zweiter von rechts) und die Klimaschutzkoordinatorin des Landkreises, Katharina List (Dritte von links), ihren Gästen detailliert vorstellten. Bild: hfz
Politik
Amberg in der Oberpfalz
08.07.2016
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Das stand schon länger auf ihrer Agenda. Die Fraktion der Freien Wähler setzte sich zu einer Sitzung im Ensdorfer Zentrum für Erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit (ZEN) zusammen. Gefunkt habe es bei ihnen allerdings schon viel früher, sagen sie.

-Sulzbach. Nach einer Führung und Darstellung der Aufgaben des ZEN seitens des Geschäftsführers Gerhard Kopf und der Klimaschutzkoordinatorin des Landkreises, Katharina List, zollten die FW-Kreisräte der Einrichtung ihren Respekt und ihre Anerkennung für eine gute und erfolgreiche Arbeit. Dieses Statement verbanden die Kommunalpolitiker zugleich mit ihrer Forderung, dass nun in vorrangiger Priorität die Energiespeicherung gelöst werden müsse, heißt es in einer Pressemitteilung.

Kopf hatte zuvor die vielfältigen Aktivitäten des von ihm geleiteten Hauses dargelegt, darunter den individuellen, objektbezogenen Energiespar-Check, die Aktion der Verleihung einer "Grünen Hausnummer" für Privathaushalte sowie Firmen oder die jüngst angestoßene Kampagne des Angebots von tageweisen Reparatur-Cafés im Landkreis. List erläuterte ergänzend das Prozedere der jüngst einberufenen Nachhaltigkeitskonferenz zur Fortschreibung des Landkreis-Leitbildes. Ein Ziel sei die Optimierung der Vernetzung bestehender Initiativen, indem ein Lenkungsausschuss und ständig tagende Arbeitskreise installiert werden sollten. Die Klimaschutzkoordinatorin zeigte sich zuversichtlich, dass das neue Leitbild in der Dezembersitzung des Kreistages verabschiedet werden kann.

Derzeit zweitrangig


Die Notwendigkeit einer Fortschreibung begründete List damit, dass einige Ziele des noch geltenden Leitbilds bereits "dreimal erreicht" und das Papier mithin schlichtweg überholt seien. FW-Fraktionssprecher Peter Dotzler zeigte sich beeindruckt von der Arbeit des ZEN, während Kreisrat und stellvertretender Landrat Martin Weiß zu bedenken gab, dass angesichts der anhaltend niedrigen Energiepreise es wohl derzeit schwieriger sei, Energiespar-Themen ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Bei der anschließenden Fraktionssitzung wurden auch skeptische Stimmen laut, ob die in Gang gesetzte Leitbild-Diskussion in etlichen Punkten nicht von allzu theoretischen Ansätzen und Vorstellungen ausgehe.

Die Fraktion erörterte auch die alltägliche Kreistagsarbeit und kam zu einem nicht allzu schmeichelhaften Ergebnis. Demnach zeigten sich die beiden neugewählten FW-Kreisräte, Ammerthals Bürgermeisterin Alexandra Sitter und Kreisvorsitzender Albert Geitner, enttäuscht über wider ihr Erwarten recht geringe politische Gestaltungsmöglichkeiten. "Wir sind vorrangig Erfüllungsgehilfen der Verwaltung, und das werden wir nicht zulassen", gab sich Geitner jedoch streitbar.

Druck machen


Auf Wunsch von Sitter soll in wenigen Wochen ein Treffen der Freien Wähler stattfinden, um die politischen Gestaltungsmöglichkeiten auszuloten und zu konkretisieren. "Ich habe mir mein Kreistagsmandat, überspitzt formuliert, nicht so vorgestellt, dass ich meine Zeit mit Auftaktveranstaltungen zu irgendwelchen theoretischen Modellprojekten verbringe", die eigentlich - ehrenamtlich getragen - schon umgesetzt seien, monierte Sitter.

Sorge bereitet den Freien Wählern langfristig betrachtet auch die Schaffung vieler neuer Planstellen im Landratsamt.
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Dr. Peter Steinbock aus Eschenbach in der Oberpfalz | 08.07.2016 | 23:04  
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