Anwohner und Einzelhandelskunden könnten sich Parkplätze teilen
Tiefgarage halb und halb

Noch ist die Tiefgarage auf dem früheren Bürgerspital-Areal nicht in Angriff genommen. Bild: Steinbacher
Politik
Amberg in der Oberpfalz
01.01.2016
359
0

Beim Jahresgespräch mit der AZ-Redaktion sollte der Oberbürgermeister diesen Satz vervollständigen: Die neue Tiefgarage unter dem Bürgerspital-Gelände wird am Ende doch öffentlich, weil ... Michael Cernys spontane Reaktion: " ... wir sowohl eine Stärkung des Handels als auch des Wohnens und der Gastronomie brauchen".

Er gehe davon aus, sagte der OB, dass es am Ende "nicht mehr öffentlich oder Quartier heißt". In absehbarer Zeit werde ein Parkhaus entstehen, "in dem wir den öffentlichen, aber auch den Parkdruck aus dem Wohnen abbilden".

Cerny machte deutlich: Eine öffentliche Garage werde nur angesteuert, wenn die Geschäfte offen sind. Ab etwa 18 Uhr sei sie in der Regel kaum mehr belegt. "Dann steht ein Parkhaus, wo ein Platz 20 000 oder 30 000 Euro kostet, nachts leer." Derjenige, der in der Innenstadt wohnt und einen Stellplatz in so einer Tiefgarage besitzt, fahre in der Früh in die Arbeit und komme erst abends zurück.

Im Prinzip könnten sich Anwohner und Einkäufer also einen Parkplatz teilen. Die Frage werde sein, ob sich dieses sogenannte Münchner Modell auch auf die Bürgerspital-Tiefgarage übertragen lässt. "Das wird juristisch ein bisschen ein Problem, aber es ist nicht unmöglich", glaubt der OB.

Cerny erläuterte: "Wir müssen versuchen, ein Modell zu finden, dass diese Garage sowohl das Wohnen stärkt, weil wir das dringend brauchen, gerade in dem Umfeld Untere/Obere Nabburger Straße, Ziegelgasse. Aber genauso wissen wir, dass eine Bebauung auf dem Bürgerspital-Areal mit Dienstleistung und Handel von Haus aus einen eigenen Stellplatznachweis liefern muss." Das bedeutete: Wenn es zum Beispiel 200 Stellplätze gibt, seien 100 automatisch Quartiersplätze - aber die würden öffentlich genutzt. "Wo ist jetzt noch die Grenze zwischen Quartier und öffentlich? Da muss man aufpassen, dass wir darum keinen Glaubenskrieg entfachen", sagte der OB. Eines müsse jedem klar sein: Der Einzelhandel brauche schon rein rechtlich seine Stellplätze auf eigenem Grund. Folglich ist "ein Teil der Garage allein schon durch die Nutzung vergeben". Daher "wird es in einer gewissen Form immer eine öffentliche Garage sein und in einer gewissen Form immer eine Quartiersgarage", betonte Cerny. (Angemerkt)

OB: Zufahrt über Bahnhofstraße trotz des Kanals technisch machbarJahrzehntelang hatte es geheißen, eine Tiefgaragen-Zufahrt über die Bahnhofstraße wäre wegen der Kanalisation nicht möglich. Nun ist sie doch beabsichtigt. "Wir haben jetzt eine andere Situation", sagt Oberbürgermeister Michael Cerny.

Sowohl in der Oberen und Unteren Nabburger Straße als auch hinter dem Forum müsse der Kanal saniert werden. Das erleichtere einfach die Entscheidung, in der Bahnhofstraße einen Sammler, der noch nicht so alt sei, in Teilen wegzunehmen und die Fläche zu nutzen. "Technisch funktioniert es, einfach ist es aber auch nicht", ist sich der OB bewusst. Er sprach von einer aufwendigen Geschichte.

Der Strang, der die Bahnhofstraße runterkommt, müsse umgelegt werden und hinter dem Forum in die Untere Nabburger Straße münden. "Also eine Ausbuchtung." Die Häuser, die am bisherigen Kanal hängen, müssten umgeschlossen werden.

Wollen alle vier verbliebenen, potenziellen Investoren, die Interesse am Bürgerspitalgelände haben, diese Garageneinfahrt? "Alle vier haben sie übereinstimmend in der Bahnhofstraße gezeichnet", berichtete Cerny. Für die Ausfahrt gebe es indessen verschiedene Varianten. Die Lösung Spitalgraben "ist ja massiv kritisiert worden", erinnerte der OB und fügte hinzu: "Ich muss auch sagen, es wird wahrscheinlich verkehrstechnisch grenzwertig um das Eck herum." Die Garageneinfahrt wäre übrigens nicht auf Höhe des ehemaligen Bürgerspitals, sondern wesentlich weiter oben.

"Eine kurze Anfahrt zu einer Garage wäre auch lärmmäßig ideal", hob der OB hervor. Das gelte auch für die Ausfahrt: geringe Entfernung zum Altstadtring. Der Verkehr würde sich dann unterirdisch abspielen. (kan)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.