Asyl in der Schulturnhalle

Die Turnhallen der Barbara- und der Willmannschule (Bild) sind ab sofort für den Schul- und Vereinsbetrieb gesperrt. Bilder: Steinbacher

Jetzt bereitet sich auch die Stadt Amberg auf die Aufnahme von Flüchtlingen vor. Möglicherweise kommen sie schon nächste Woche. Damit wird der ursprüngliche Winter-Notfallplan zum Sommer-Notfallplan.

"Die Räumlichkeiten werden nur benötigt, wenn die Flüchtlingszahlen weiter so ansteigen, dass die Asylbewerber nicht in den vorhandenen Erstaufnahme-Einrichtungen untergebracht werden können": Das war der Stand der Dinge im November 2014. Inzwischen hat sich die Situation dramatisch verändert. Damit werden die Turnhallen der Barbara- und Willmannschule in den nächsten Tagen zu Notquartieren umfunktioniert. Sie sind "baulich am günstigsten", betonte der zuständige städtische Referent Dr. Bernhard Mitko am Dienstag auf Nachfrage.

Tags zuvor hatte Oberbürgermeister Michael Cerny in der Stadtratssitzung von einem am Montagvormittag geführten Telefonat mit dem Oberpfälzer Regierungspräsidenten Axel Bartelt berichtet. Dieser habe mitgeteilt, dass voraussichtlich nächste Woche ein ganzer Schwung Flüchtlinge nach Amberg kommen könnte. CSU-Stadträtin und Bundestagsabgeordnete Barbara Lanzinger wünschte sich, dass die Bürger diese Menschen freundlich aufnehmen.

Derzeit werden die beiden Sporthallen für die Unterbringung der Flüchtlinge vorbereitet. "Der Vorteil ist, dass Ferien sind", sagte die Sprecherin der Stadt, Susanne Schwab. Vereine durften am Dienstag letztmals hinein, sie können diese Trainingsstätten vorerst nicht mehr nutzen. Momentan, berichtete Mitko, würden zum Beispiel die Turngeräte aus den Hallen geräumt. Am Freitag und Samstag fänden dann die Aufbauarbeiten statt. Laut Mitko werden unter anderem Feldbetten aufgestellt und Hygienepakete bereitgelegt.

Der Platz reiche für rund 100 Flüchtlinge. Sie würden wahrscheinlich mit Bussen nach Amberg gebracht. Wenn es hilfsbereite Bürger gibt, die zum Beispiel Bekleidung zur Verfügung stellen, würde das die Stadt freuen. Aber "auf keinen Fall soll vorher was gebracht werden", bat Mitko und appellierte, mit Kleider- und auch Sachspenden erst einmal zu warten.
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