Attraktive 2,5 Hektar werden frei
Planerischer Spagat erforderlich

Rund 2,5 Hektar groß, exponierte Lage und wegen seiner Neigung Richtung Nordwesten nicht einfach entwickelbar: In wenigen Wochen wird das bisherige Betriebsgelände des Autohauses Fischer (früher Zinkl) frei und soll vom Gewerbe- in ein Einzelhandels-Sondergebiet umgewandelt werden. Bild: Hartl
Politik
Amberg in der Oberpfalz
02.03.2016
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Das Autohaus Fischer zieht bald ein paar Hundert Meter weiter Richtung Westen. Es macht damit knapp 2,5 Hektar in attraktiver Zentrums-Randlage frei. Ein Investoren-Duo zeigt bereits Interesse, und das Bauamt möchte eines verhindern: einen Leerstand an diesem exponierten städtebaulichen Entree.

Deshalb setzte der Bauausschuss am Mittwoch viel dran, erste leitplanerische Linien zu ziehen. Bisher ist das Dreieck zwischen der Nürnberger, Fugger- und Kastler Straße seiner Nutzung entsprechend als klassisches Gewerbegebiet ausgewiesen. Das muss sich ändern. Anvisiert ist ein "bedarfsorientiertes Sondergebiet für Einzelhandelsnutzung". Diesen Vorschlag stellte Baureferent Markus Kühne gestern in dem Gremium zur Diskussion und sprach ebenso wie Oberbürgermeister Michael Cerny (CSU) von einem nötigen, sicherlich nicht leichten Spagat.

Nicht nur klotzen


Diese Lage gleich schräg gegenüber der OTH setze automatisch städtebauliche Akzente und erfordere deshalb entsprechende Behutsamkeit. Gegossen werden soll sie in einen Bebauungsplan, der den Namen An der Kastler Straße trägt. Parallel werden die nötigen Änderungsverfahren für den gültigen Flächennutzungs- sowie Landschaftsplan in die Wege geleitet.

Der Ausschuss brachte diese Formalien ohne Gegenstimmen auf den Weg, befasste sich zuvor jedoch ausgiebig mit seinen Wünschen, was dort entstehen soll. Quasi eingetütet sind laut Kühne ein Lebensmittel- sowie Bekleidungs-Discounter. Sie werden jedoch nicht die gesamte Fläche beanspruchen. Derzeit geht die Verwaltung von bis zu drei größeren und einem kleineren Baukörper aus, die dort Platz hätten. Zwei langgestreckte Rechtecke könnten in Nord-/Südrichtung angeordnet werden, ein weiterer entlang der Kastler Straße, dazwischen Parkplätze.

Wichtig war den Stadträten fraktionsübergreifend eine bisher nicht bestehende Einfahrt zur Nürnberger Straße (B 85). Diesbezüglich habe das Staatliche Bauamt Offenheit signalisiert, merkte Kühne dazu an. Hans-Jürgen Bumes (Grüne) war zudem eine Radweg-Erschließung wichtig, und damit hatte sich der Ausschuss einem seiner Kernanliegen angenähert: Weshalb das südlich angrenzende, neuralgische Pfleger-Kreuz nicht in einen zweispurigen Kreisverkehr umwandeln?

Flexibel bleiben


So weit gingen Kühne und der OB dann doch nicht mit und mahnten Geduld an. Aus den Augen verlieren wollen sie diesen Wunsch allerdings nicht. Weitgehend offen, so Uli Hübner (SPD), sollte sich die Verwaltung bei der Entwicklung der weiteren dort anzusiedelnden Einzelhändler oder Dienstleister zeigen. Auch das fiel auf fruchtbaren Boden und wurde von allen unterstützt. So fielen am Rande noch Stichworte wie Autowaschanlage, Fitness-Center und Systemgastronomie oder Bäckerei.

Per Aufstellungsbeschluss wurde das Vorhaben An der Kastler Straße jedenfalls erst einmal ins Genehmigungsverfahren geschickt.
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