Auf den Spuren der Linienbusse
Vorstellung des Nahverkehrswegeplans

Zur Barrierefreiheit im öffentlichen Nahverkehr ist es noch ein weiter Weg. Als Vorzeigemodell dienen neu geschaffene Haltestellen wie zum Beispiel die in der Schlachthausstraße vor dem Bürgerspital. Bild: Steinbacher
Politik
Amberg in der Oberpfalz
19.03.2016
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Es ist ein Gewirr aus Linien, Punkten, Quadraten, manche sind mit, manche ohne Hütchen. Die farbigen Absetzungen versuchen Klarheit zu schaffen. Kurzum: Es ist der Nahverkehrsplan für das Verbandsgebiet Amberg-Sulzbach.

Amberg-Sulzbach. Vielleicht mag sich der ein oder andere Fahrgast schon mal gefragt haben, wie eigentlich An- und Abfahrten der einzelnen Busse zu unterschiedlichsten Zeiten in die verschiedensten Ecken des Landkreises abgewickelt werden - so dass vielleicht auch noch Anschlussverbindungen und im besten Fall natürlich die Oberzentren Sulzbach-Rosenberg oder Amberg auf der Strecke liegen. Die Antwort gibt der Nahverkehrswegeplan. Dieser war in der Verbandsversammlung des Zweckverbands Nahverkehr Amberg-Sulzbach (ZNAS) am Donnerstag im König-Ruprecht-Saal Thema.

Geschäftsleiter Hans-Jürgen Haas überließ das Wort Diplom-Geograf Erik Meder vom Ingenieurbüro für Verkehrsplanung und Verkehrstechnik Gevas aus München. Er informierte das Gremium über die Aufgaben und Inhalte des Nahverkehrsplans, präsentierte Schwachstellen und Verbesserungspotenzial.

Untersucht wurden beispielsweise Gemeindestrukturen, Pendlerverflechtungen, Fahrgastzahlen, Haltestellenerfassung. Natürlich werde auch die Barrierefreiheit berücksichtigt, so Mederer. Ziel dieser Erfassung ist, Schwachstellen zu analysieren und sie - wo möglich - zu verbessern. Wichtigster Punkt in der Sicherung der Dienstleistungen im ÖPNV sei der Erhalt des bestehenden Angebots, "was keineswegs selbstverständlich ist", so Meder.

Weitere Punkte auf der Liste sind die Beseitigung von Defiziten unterschiedlichster Priorität, Optimierung im innerstädtischen ÖPNV in Amberg und Sulzbach-Rosenberg, Verbesserung der Schnittstellen SPNV - ÖPNV, Anpassungen im Schülerverkehr sowie strukturelle Umstellungen auf den Bedarfsverkehr.

Bei der Weiterentwicklung der Infrastruktur steht die Barrierefreiheit ganz oben auf der Liste. Jede Gemeinde wurde in diesem Nahverkehrswegeplan berücksichtigt. Vollständig abgearbeitet ist dieser allerdings nicht.

Der einstimmige Beschluss im Gremium diente zur "frühzeitigen Beteiligung der Verbände, Unternehmen und Gemeinden", so Verbandsvorsitzender OB Michael Cerny.
Irgendwie kommt man nahezu überall hin, was nicht heißen soll, dass man nicht noch an der Qualität arbeiten kann.Diplom-Geograf Erik Meder


Weitere Themen aus der ZNAS-VerbandsversammlungMobi-App kommt

Keine Lust mehr auf Fußmärsche? Die Mobi-App zeigt künftig die nächste Haltestelle plus mögliche Verbindungen an. Oder aber man möchte mit dem Smartphone eine Fahrt von A nach B planen? Auch das ist mit der neuen Anwendungssoftware möglich.

"Die Beta-Version gibt es schon", freute sich ZNAS-Geschäftsleiter Hans-Jürgen Haas, "jetzt muss sie nur noch optimiert werden". Die Abfragen sollen auf das vom Freistaat Bayern beauftragte und von der Firma Mentz DV aus München betriebene bayernweite Fahrplanauskunftssystem DEFAS aufbauen. Letztere programmiert auch die Software für den Landkreis, die in der kommenden Verbandsversammlung vorgestellt werden soll.

Bürgschaft für Semesterticket

Für Studenten bietet der Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) ein Semesterticket an. Das Basismodell gilt von Montag bis Freitag verbundweit von 18 bis 6 Uhr und am Wochenende ganztags.

Dieses wird von allen Studierenden im Rahmen eines Solidarmodells über den Studentenwerksbeitrag finanziert. Darüber hinaus bietet der VGN auch ein Zusatz-Ticket an, das rund um die Uhr gilt. Dabei entstehen für den VGN Einnahmeausfälle. Eine Kaufquote von 37,4 Prozent wäre erforderlich, um diese auszugleichen.

Diese Zahl sei im vergangenen Jahr knapp erreicht worden, informierte Verbandsvorsitzender Michael Cerny. Das Gremium beschloss mit drei Gegenstimmen, dass der ZNAS grundsätzlich bereit ist, eine Ausfallbürgschaft für das Semester-Ticket zu übernehmen.

Fahrradanhänger für Linie 54

Gute Nachricht für Ausflügler: Eine Fahrt mit dem Radl von Amberg nach Schmidmühlen macht Spaß, erfordert aber inklusive Rückfahrt ein gewisses Grundmaß an Fitness. Wer sich nur die halbe Strecke auf dem Radweg gönnen will, kann künftig mit einem öffentlichen Verkehrsmittel zurückfahren.

Das Fahrrad kann in einen entsprechenden Anhänger am Bus eingeladen werden. Die Verbandsversammlung des ZNAS bewillligte das Zusatzangebot, das laut Geschäftsleiter Hans-Jürgen Haas nach dem Vorbild des Bockel-Radweges im Landkreis Neustadt/WN zum 1. Mai eingeführt wird. Der Fahrradanhänger an der Linie 54 bleibt bis zum Ende der Saison Anfang November erhalten. (roa)
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