Ausbau und Elektrifizierung der Metropolen-Bahn
"Starkes Signal nach Berlin"

Ob und welche Strecken aber tatsächlich realisiert werden können, hängt jetzt entscheidend davon ab, welche Projekte mit welcher Priorität in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen werden.
Politik
Amberg in der Oberpfalz
14.01.2016
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Innenminister Joachim Herrmann antwortet OB Michael Cerny auf die "Schwandorfer Resolution zu Ausbau und Elektrifizierung der Metropolen-Bahn". Die Kernaussage: Nicht der Freistaat entscheidet, sondern der Bund.

Amberg. (tk) Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hat Oberbürgermeister Michael Cerny etwas versprochen: "Für die bayerischen Vorhaben - und selbstverständlich auch für die Strecke von Nürnberg nach Schwandorf - werde ich mich beim Bund auch weiterhin mit Nachdruck und viel Engagement einsetzen."

Ob und welche Strecken aber tatsächlich realisiert werden können, hängt jetzt entscheidend davon ab, welche Projekte mit welcher Priorität in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen werden.Bayerns Innenminister Joachim Herrmann

Beide Teilstrecken


Anlass war die vom OB bei einer Bahnkonferenz mit unterzeichnete "Schwandorfer Resolution zu Ausbau und Elektrifizierung der Metropolen-Bahn", auf die Herrmann nun laut einer Mitteilung aus dem Rathaus in einem ausführlichen Schreiben antwortete. Im Zuge der Konferenz, die im November 2015 in Schwandorf stattfand, hatten die Abgeordneten, Landräte und Oberbürgermeister der Region die Erklärung verabschiedet, in der sie sich für eine optimale Anbindung der Metropolen München und Nürnberg an Pilsen und Prag einsetzen. Diese führt ihrer Ansicht nach über die Strecke München - Regensburg - Schwandorf - Furth im Wald - Pilsen - Prag und den direkten Anschluss von Nürnberg über Amberg nach Schwandorf. Die Politiker fordern deshalb, dass beide Teilstrecken in eine durchgehend elektrifizierte und nach Möglichkeit zweigleisige Bahnlinie zusammengeführt und als "Metropolen-Bahn" in die höchste Stufe des Bundesverkehrswegeplans aufgenommen werden.

In seiner Antwort lässt der Bayerische Staatsminister des Innern, für Bau und Verkehr keinen Zweifel daran, "dass von der Bahnkonferenz ein starkes Signal nach Berlin ausgegangen ist". Den Mandatsträgern gibt er recht, "dass bei den Eisenbahnstrecken im nordöstlichen Bayern (...) ein großer Ausbau- und Modernisierungsbedarf sowie die Notwendigkeit einer Elektrifizierung besteht".

Der Innenminister macht in seiner Reaktion aber auch deutlich, dass die Strecke Nürnberg - Schwandorf - im Gegensatz zur Linie von München über Regensburg, Schwandorf und Furth im Wald bis zur Grenze nach Tschechien - nicht in den Transeuropäischen Verkehrsnetzen enthalten sei. Für den Ausbau von Nürnberg nach Prag habe der Freistaat sowohl die Route über Amberg und Schwandorf als auch die Variante über Marktredwitz und Schirnding mit derselben Priorität angemeldet.

Ob und welche Strecken aber tatsächlich realisiert werden könnten, "hängt jetzt entscheidend davon ab, welche Projekte mit welcher Priorität in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen werden", schreibt Herrmann und fügt hinzu, dass die Prüfung der rund 2000 Projektvorschläge im Wesentlichen abgeschlossen sei. Bereits Anfang des Jahres könne mit der Beteiligung der Behörden und der Öffentlichkeit gerechnet werden.

Niemanden benachteiligen


Da jedoch der Bund und nicht der Freistaat letztendlich für die Entscheidung Verantwortung trage, gehe es nun darum, "die Aufnahme möglichst aller bayerischen Projektvorschläge in den Bundesverkehrswegeplan zu erreichen und den Bund anschließend auf eine jeweils möglichst baldige Projektrealisierung zu drängen" - und dafür setze sich Herrmann nun vor allen Dingen ein.
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